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gestellt. Die hausindustriellen Meister, die für die besseren Maga-zine liefern, arbeiten meist mit 2 oder 3 Gesellen (U. I, 273); die-jenigen, die für die sog. „Büchelgeschäfte“ thätig sind, sind derüberwiegenden Mehrzahl nach Alleinarbeiter; „selten beschäftigensie mehr als 2 Gesellen und zwar zu den niedrigsten Lohnsätzen“(275). Lage elend (276). Das Absatzgebiet dieser Büchelgeschäfteist Köln selbst in den unteren Schichten seiner Bevölkerung; fernersind es die umliegenden Dörfer und besonders das Industriegebiet derStädte Elberfeld und Barmen, sowie das zwischen diesen Städtenund Köln gelegene sog. Belgische Land, endlich das IndustriegebietWestfalens (277) b
Die handwerksmäfsige Möbeltischlerei in Posen ist fast voll-ständig specialisiert. So giebt es Stuhlmacher, Tisch-, Kasten- undPolstergestellmacher, Schreibtisch- und Buffettischler etc. DieseSpecialisten teilen sich noch weiter in Tischler, welche nur ge-schweifte Stühle, ferner gerade und gedrehte Stühle, Nufsbaum-und Mahagonistühle etc. herstellen. Vielfach liefern Tischler dieStühle bis auf die gedachten Teile roh, die Politur oder den An-strich andern Werkstätten überlassend. Unter den Buffettischlerngiebt es wieder solche, die nur Nufsbaum-, einfache oder nureichene Buffets anfertigen etc. Die Vereinigung dieser einzelnenverschiedenen Gegenstände zu einheitlichen Zimmereinrichtungenetc. liegt in der Hand des Zwischenhandels, der durch Lieferungder Zeichnungen und Zuthaten an die Handwerker für Überein-stimmung der Möbelstücke in der Ausführung sorgt (U. I, 84).60% aller Tischlerprodukte entstehen in Posen auf diese Weise (86).
Aber auch die Möbeltischlerei in kleinen Städten und aufdem Lande ist, ganz ähnlich wie die grofsstädtische, bereits viel-fach in die Abhängigkeit von Magazinen oder Möbelfabriken ge-raten. Fast aus allen Orten, von denen uns Berichte über dieLage der Tischlerei vorliegen, hören wir, dafs ein Teil der hand.werksmäfsigen Möbeltischlerei diesen Weg gewandert ist; so wissenwir es von den Dörfern des Spreewalds (U. VII, 521. 528), vonzahlreichen Schreinerdörfern in Baden (U. in, 122; VIII, 243), vonEmmendingen (VIII, 215), Neudorf bei Strafsburg i. E. (IH, 388),Könitz in Westpreufsen (IV, 166). So dafs wir wohl von einerallgemeinen Tendenz des Schreinergewerbes, in indirekte Abhängig-
1 Über die ganz analogen Verhältnisse im Breslauer Tischlergewerbevgl. Soc. Praxis Jahrgang V, N«. 29; ferner A. Irmer, Das Magazinsystemin der Breslauer Möbeltischlerei; in den Sehr. d. V. f. St. Bd. 84. S. 451 ff.