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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
Seite
604
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(j04 Zweites Buch. Die Genesis des modernen Kapitalismus.

berg (III, 462), Neifse (IX, 472), wo in der weiteren Entwicklungdes Anschlagewesens geradezu eine Gefährdung der handwerks-mäfsigen Bauschlosserei erblickt wird. In Berlin sind es Eisen-läden, die ihre Artikel in dieser Weise mit Umgehung der selbstän-digen Schlosser anschlagen lassen (U. IV, 290), in Karlsruhe dieBaugeschäfte (U. III, 152).

Auch das dritte derkleinen Bauhandwerke, die Bauklern p -nerei, weist vielfach mit den eben besprochenen Gewerben ver-wandte Daseinserscheinungen auf. Zunächst ist auch für siesogar in noch gröfserem Umfange als für die Tischlerei und Schlos-serei zu konstatieren, dafs sie nur in intensiv besiedelten Ge-bieten : von der Mittelstadt aufwärts, eine selbständige Bedeutung hat.Für kleinere Orte sind die vorkommenden Bauklempuerarbeitenminimal: eine Dachrinne anzufertigen und anzubringen verursachtetwa eine Woche lang Arbeit (vgl. z. B. U. V, 27). Selbst ineiner Stadt wie Nakel mit 7200 Einwohnern macht die Bauklemp-nerei nur etwa VioVs des Betriebsumsatzes der vorhandenen dreiKlempnermeister aus (U. IV, 217), würde also, auf einen Betriebkonzentriert, diesen erst zu einem Drittel beschäftigen. In gröfserenStädten ist sie ebenfalls schon überwiegendAnbring ungs-gewerbe geworden, da vielfach bereits die Dachrinnen 1 , dieBlechornamente 2 etc. fabrikmäfsig hergestellt werden. Diese Thä-tigkeit des Anbringens läuft nun der Klempner allerdings Gefahrwiederum zu verlieren; so lassen z. B. die Ornamentenfabrikenschon ihre Erzeugnisse durch eigene Arbeiter anbringen (U. VII, 317).

Dort jedoch, wo den Klempnern die Anlage der Gas- undWasserleitungen zugefallen ist, aber auch sonst in grofsen Städtenverdankt die Bauklempnerei der zunehmenden Bauthätigkeit eben-falls eine im allgemeinen günstige Position, an der auch die Hand-werksmeister noch vielfach Anteil haben 3 .

Die Zukunft der handwerksmäfsigen Bauglaserei wird vonden Berichterstattern überwiegend ungünstig beurteilt: die Fenster-fabrik, das Baugeschäft, die Grofsglaserei, die Tischlerei dringenin das Arbeitsgebiet des alten Handwerks ein. In Eisleben hält

1 Konstatiert für Salzwedel U. I, 146.

Vgl. für Berlin U. VII, 317.

3 Vgl. für Leipzig U. II, 141 f., 167/68; Salzwedel I, 129 f.; für Karls-ruhe U. III, 166 f.; für die Schweiz Fachberichte etc. S. 140; für Berlin dagegen wird, wie bereits ausgeführt wurde, der bereits vollzogene Unter-gang der handwerksmäfsigen Bauklempnerei konstatiert: U. VII, 317.