Siebenundzwanzigstes Kapitel.
Die Handwerker in der Gegenwart.
Schon zu wiederholten Malen habe ich darauf hingewiesen, dafsZwischen der Lage des Handwerks und der Lage der Handwerkerzu unterscheiden sei. In der That sind diese beiden Zustände nichtnur sehr differente Dinge, sie stehen nicht einmal in einem not-wendigen Zusammenhänge miteinander.
Das Produktionsgebiet eines Handwerks kann sich ausdehnen,aber die einzelnen Handwerker können in immer elendere Lagegeraten, weil ihre Zahl rascher wächst, als das Arbeitsgebiet sicherweitert; umgekehrt: dieses mag eine Einschränkung erfahren, dieZahl der teilnehmenden Betriebe verringert sich jedoch in einemnoch rascheren Verhältnisse, so werden sich die übrigbleibendentrotz „Rückganges“ und „Verfalls“ in sehr behaglicher Lage be-finden. Oder ein Handwerker hat andere Ressourcen, um Ein-bufsen an seinem Handwerksverdienst auszugleichen u. dergl. m.Die möglichen Variationen sind in der That aufserordentlich zahl-reich, weil es eine grofse Reihe von Momenten giebt, von denendie Lage des einzelnen Handwerkers beeinflufst sein kann. Washauptsächlich bestimmend wirkt, wenn wir die Gröfse des Produk-tionsgebiets als gegeben voraussetzen, sind: 1. die Zahl der vor-handenen Betriebe; 2. die Verteilung der Arbeit unter die einzelnenBetriebe; 3. persönliche Verhältnisse des Betriebsinhabers. Wienun hat sich in dem Zeiträume, für welchen wir das Schicksal desHandwerks verfolgt haben, die Lage der einzelnen Handwerkergestaltet? Das ist die Frage, die in diesem Kapitel beantwortetwerden soll, und die wir nun auch genauer so formulieren können: