Achtundzwanzigstes Kapitel. Die moderne kapital. Entwicklung etc. 649
wieder zurückkehrt: der Schlosser, der Tischler, der Schuhmacher,der Gerber, der Bauhandwerker, der Böttcher und viele andereGesellen sind heute im Handwerk, morgen in der kapitalistischen Unternehmung beschäftigt. Kein Wunder, dafs sich bei ihnen eingemeinsames Klassenbewufstsein herausbildet: ganz gleich, ob siehier oder dort zufällig arbeiten: das Klassenbewufstsein des Prole-tariers. Gerade diese Elemente sind es, die wir als die Führer derArbeiterbewegung zu betrachten haben, so sehr, dafs man dieserirrtümlich einen noch halb handwerksmäfsigen Charakter hat vindi-cieren wollen 1 , während man richtig aus dieser Thatsache auf dievollständige Hereinziehung der Gesellenschaft in die moderne prole-tarische Bewegung schliefst.
Aber bei dieser Absonderung der Gehilfen von den Meisternist der Auflösungsprozefs des Handwerks als socialer Klasse nichtstehen geblieben: er ist in dieReihen der Handwerksmeisterselber eingedrungen. An verschiedenen Stellen habe ichdarauf hingewiesen, wie sich in der Betriebsgröfsengestaltung einekonstante Differenzierungstendenz in der Weise durchsetzt, dafsauf der einen Seite die grofsen Betriebe gröfser, die kleineren kleinerwerden, bis sie zum Alleinbetriebe herabsinken. Wir fanden, dafsdiese Differenzierung schon um die Mitte des Jahrhunderts erheblichweit fortgeschritten war; sie ist seitdem nicht zum Stillstände ge-kommen, wie andere der mitgeteilten Ziffern ersichtlich machen.Was nun aber früher einen rein quantitativen Unterschied inner-halb einer und derselben Klasse bedeutete, das ist jetzt vielfachschon in einen qualitativen Unterschied umgeschlagen.Es hat dazu geführt, die Interessengemeinschaft und das Klassen-bewufstsein der Meister selber zu zersetzen. Während nämlichüber der alten Handwerkerklasse sich immer mehr Existenzengrofser, „kapitalkräftiger“ Meister herausbilden, die schon mit einemFufs in der Bourgeoisie stehen, deren Interessen sich mehr und mehrvon denen ihrer alten Handwerksgenossen löst und sich mit denender kapitalistischen Unternehmer eint, werden die unteren Schichtender Handwerksmeister immer mehr ebenfalls ihrer Klasse entfremdetund gewinnen Schritt vor Schritt mehr Fühlung mit der Lohn-arbeiterschaft in Handwerk und kapitalistischer Unternehmung:d. h. treten in die Interessengemeinschaft des Proletariats als Klasseein. 'Wir dürfen schon heute die Mehrzahl der verarmten Allein-
1 K. Oldenberg, Arbeitseinstellungen, H.St., Suppl. I.