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Einleitung.
an Eisenerzen: 1850 = 838426 Tonnen
1860 = 1400 8001870 = 3 839 222
Und gar die Eisenindustrie beginnt erst seit der Mitte desJahrhunderts ihren eigentlichen Aufschwung; sie geht jetzt erst zuden modernen Verhüttungs- und Schmelzverfahren über und geradedas bedingt ihren grofsen Bedarf an Kapital. Die Produktionselbst steigert sich wie folgt. Es wurden in Deutschland Roheisengewonnen 1 :
1850 = 208 Mill. kg.
1860 == 529 „ „
1870 = 1391 „ „
1875 = 2029 „ „
Leider ist es nicht möglich, die Höhe der Kapitalanlagen indiesen Standardindustrien ziffermäfsig zu verfolgen. Die Steigerungder Produktion gewährt jedoch immerhin bemerkenswerte Anhalts-punkte. Das Aktienkapital, das auf dem Gebiete des Bergbau-,Hütten- und Salinenwesens in Deutschland während der Jahre1851—70 absorbiert wurde, berechnet Engel auf 275,44 Mill. Mk. 2 .
Als letztes Feld für die Thätigkeit des Kapitals erschliefsensich die Landwirtschaft und die mit ihr in vielen Ländernverbundenen Industrien: die Zucker- und Spiritusindustrie.Ist es auch schwer, die Summen genau festzustellen, die in diesesBecken fliefsen, so genügen doch einige Anhaltspunkte, um uns einBild zu geben von der immensen Absorptionskraft, die diesen Pro-duktionszweigen eignet. Es ist mit Recht behauptet worden, dafsZucker- und Spiritusindustrie diejenigen Industriezweige gewesenseien, an denen Deutschland sich zur kapitalistischen Grofsmachtentwickelt habe: etwa wie die Baumwoll- und Eisenindustrie denGrund zu Englands Gröfse gelegt haben.
Die Zahl der Zuckerfabriken in Deutschland , die 1840/41erst 145 betragen hatte, steigt 3
1850—51 auf 184,
1860—61 „ 247,
1870—71 „ 304,
1 von Juraschek, Eisen (Statistik) im JELSt. III, 133.
2 van der Bor gilt, Aktiengesellschaften im H.St. I, 126.
3 H. Paasche, Zuckerindustrie etc. im H.St. VI, 868.