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Zweites Buch. Die Neugestaltung des Wirtschaftslebens.
seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts mindestens bis Ende der1870er Jahre die Kein ertrage von der Flächeneinheit, und mitihnen gehen Grundrenten und Bodenpreise naturgemäfsebenfalls in die Höhe. Um die Steigerung der Reinerträge zu er-fahren , besitzen wir zwar kein umfassendes statistisches Material,aber doch genügend reichliche Einzeldaten, die durch ihre Über-einstimmung recht beweiskräftig sind.
Eine der Domänen der Grafen Stolberg-Wernigerode, derenReinerträge im 17., 18. und während der ersten Hälfte des 19. Jahr-hunderts keine wesentliche Steigerung, wenn auch erheblicheSchwankungen aufweisen, bringt in den 1880er Jahren dasDoppelte an Ertrag denn 30 Jahre vorher. Die Reinerträge be-trugen im Durchschnitt der Jahre 1 :
1579—85 = 11550 Mk.
1646—56 = 7 3501780—89 = 18 831,36 n1830—40 = 17 486,97 „
1840—49 = 28 258,95 „
1880— 83 = 59077,18 „
Die Reinerträge der Schaffgotschen Herrschaft Kynast inSchlesien bezifferten sich 2 3
183140 auf 118117,86 Mk.
1851/60 „ 157 351,19 „
1861/70 „ 199876,73 „
1871/80 „ 245 754,39 „
Eine Reihe von Angaben macht Rudolf Meyer auf Grundpersönlicher Erkundigungen in einer seiner letzten Schriften 8 .Ein Gut im Posenschen mit vorwiegendem Körnerbau und einigemRübenbau lieferte einen Reinertrag:
1860—65 von 18000 Mk.
1866-70 „ 21000 „
1871—75 „ 21000 „
1876—80 „ 25000 „
1881— 85 „ 37 000 „
1886—90 „ 38000 „
1 Al. Backhaus, Entwicklung der Landwirtschaft auf den GräflichStolberg-Wernigerodischen Domänen. 1888. S. 266/67.
2 Jos. Heisig, Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Verhältnisseauf den v. Schaffgotschen Güterkomplexen. Hallenser Diss. 1883. S. 35.
3 Rud. Meyer, Das Sinken der Grundrente. 1894. S. 107 ff.