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Zweites Buch. Die Neugestaltung des Wirtschaftslebens.
seit 1831, bezw. 1837 schon ein Rückgang zu bemerken. Es be-trug nämlich die Zahl der für Leinwand gehenden Stühle in:
1837
1861
. . . 11620
7 936
Sachsen ....
. . . 13 503
9022
Westfalen . . .
. . . 26900
18369
Rheinland . . .
. . . 12 974
11162
Eine Tendenz, die wir uns natürlich fortwirkend denken müssen.
Für die neuere Zeit steht uns nur ein geringes Zahlenmaterialzur Verfügung. Und zudem ein solches, das sich gar nicht un-mittelbar oder nicht ausschliefslich auf die uns hier interessierendeErscheinung bezieht.
Hervorzuheben sind zunächst die oben S. 119/120 bereits mit-geteilten Ziffern, aus denen die mit Flachs und Hanf angebautenFlächen ersichtlich sind. Denn wenn auch natürlich ein sehr be-trächtlicher Teil des angebauten, bezw. jetzt nicht mehr angebautenFlachses oder Hanfes solcher gewesen ist, der in gewerblichenSpinnereien zur Verarbeitung gelangte, so entfällt doch sicher auchein starker Prozentsatz der Abnahme auf hausindustriell oder haus-gewerblich als Nebenbeschäftigung von ländlichen Personen ver-sponnenen und verwebten Faserstoffs.
Sodann vermag uns die Statistik der ländlichen Haus-industrie ebenfalls einigen Aufschlufs zu geben. Freilich enthältsie nicht die hausgewerblich thätigen Produzenten, umfafst dagegenauch die gewerbsmäfsigen Nur-Hausindustriellen und reicht somitüber den Kreis unserer Betrachtungen hinaus. Aber sicher ist fürdie von uns einstweilen ins Auge gefafsten Schichten der landwirt-schaftlichen Bevölkerung der Wegfall der hausindustriellen Neben-beschäftigung weit wichtiger als die der hausgewerblichen Eigen-produktion, und dann ist es vielleicht ganz nützlich, auch diese füruns seitwärts liegende Erscheinung: das Verschwinden der ländlichenBerufshausindustrie — denn auf ein solches läuft die Entwicklunghinaus — schon jetzt zu würdigen, weil sie für das Verständnis dergrofsen Zusammenhänge, auf deren Blofslegung unser Hauptaugen-merk gerichtet ist, zwischen der Umgestaltung der gewerblichenOrganisationsformen und den Schichtungsverhältnissen der gesamtenBevölkerung von ebenfalls grofser Wichtigkeit ist. Bedeutet sieauch nicht immer eine Verschlechterung der Existenzbedingungender landwirtschaftlichen Bevölkerung — dort nämlich nicht, wo diehausindustrielle Thätigkeit berufsmäfsig ausgeübt wird — so doch
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