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Zweites Buch. Die Neugestaltung des Wirtschaftslebens.
sie zur Kohlen- uncl Dampfnutzung überging, immer mehr in grofsenIndustriecentren vereinigt worden, wie noch in anderem Zusammen-hänge zu zeigen sein wird. Das gilt vor allem von der wichtigstenjener Industrien: der Eisenindustrie, die sich heute gerade so umdie Kohlenbecken lagert, wie sie ehedem in den Wäldern zer-streut lag.
Zu dem allem kommt noch, dafs aus ähnlichen Gründen, wieder gewerbliche Kapitalismus seine Bodenständigkeit aufgegebenhat, die als landwi rtschaftliche Nebengewerbe im engerenSinne bezeichneten Industrien der Brauerei und Brennerei, diebis vor einem Menschenalter in winzig kleinen Betrieben über dasplatte Land zerstreut waren und meist in Verbindung mit landwirt-schaftlicher Thätigkeit ausgeübt wurden, nun infolge ihrer Kon-zentration in einer immer kleineren Anzahl von Unternehmungender ländlichen Bevölkerung als Nebenerwerb ebenfalls verlustiggehen. Einige Ziffern werden das bestätigen.
In der Brennerei läfst sich schon seit den 1830er Jahrenein Rückgang der kleinen bäuerlichen Brennereien beobachten, derim Zusammenhänge steht mit dem Übergang von der Kornbrennereizur Kartoffelbrennerei.
Es betrug die Zahl der Brennereien in Preufsen 1 :
1831 == 229881839 = 15 9531854 = 101141865 = 7 711
Die Gegenden, wo diese Kleinbrennerei zu Hause war, warenvor allem die westlichen Provinzen mit überwiegend bäuerlichemBesitz. So entfielen im Jahre 1848 von insgesamt 11 975 Brennereienauf die Rheinprovinz allein 5317 2 .
Eine gleiche Entwicklung vollzieht sich im KönigreichSachsen. Hier gab es Brennereien 3 :
1840
1862
überhaupt . . .
, . 1184
636
auf dem Lande .
. . 977
592
Getreide - B. . .
. 265
53
Kartoffel - B. . .
. 904
577
1 Nach der Zusammenstellung bei Schmoller, Kleingewerbe, 405.
2 Dieterici, Übersichten. Vierte Folge. 1851. S. 354. Vgl. auch hierzuJacobi, Studien (1854) S. 64/65.
3 Festschrift für die XXV. Versammlung deutscher Land-und Forstwirte.1865. S. 174.
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