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Brauereien wurden in Preufsen auf dem Lande gezählt 1 :
1839 68901848 56591856 45091864 3683
Die Abnahme war hier besonders stark in den östlichenProvinzen; sie betrug von 1839—1864 in:
Ostpreufsen . . . 70,0 °/o
Westpreufsen . . 76,3 „
Posen.80,7 „
Pommern . . . 75,4 „
dagegegen im Durchschnitt nur . . 46,5 „
Dafs es sich bei dem Rückgang wiederum um die kleinen,meist von bäuerlichen Wirtschaften als Nebengewerbe betriebenenBrauereien handelt, ergiebt sich aus folgenden Ziffern:
Es versteuerten unter 100 Ctr. Braumalz 2 3 *
1845 5926 Brauereien = 62,19 °/o1865 3264 „ = 47,74 „
Wenn nun aber auch diesen „landwirtschaftlichen Neben-gewerben“ mit den vorher erwähnten Haus- und Fabrikindustriengemeinsam ist, dafs sie vielfach Füllarbeit für die ländliche Be-völkerung darboten, so müssen wir uns doch darüber klar sein, dafsihr Niedergang noch wesentlich andere Kreise ebenfalls in Mitleiden-schaft zog: die oberen Schichten der ländlichen Hierarchie, die wiruns doch vornehmlich als „Unternehmer“ jener landwirtschaftlichenNebengewerbe zu denken haben. Sodafs wir mit ihrer Erörterungunversehens an die Sphäre der grofsbäuerlichen Wirt-schaften herangekommen sind, denen nunmehr noch einige Auf-merksamkeit zu schenken ist. Denn auch sie erfahren in ihrerStruktur durch die moderne Entwicklung wesentliche Veränderungen.
Die altbäuerliche und zumal die grofsbäuerliche Wirtschafts-verfassung hatte geruht auf der Eingliederung einer gröfseren Anzahlvon Arbeitskräften — neben den Anverwandten, Söhnen undTöchtern des Wirtschaftsvorstandes einem zahlreichen Gesinde männ-lichen und weiblichen Geschlechts 8 — in einen einheitlichen Pro-
1 Bienengräber, Statistik des Verkehrs, 159.
2 Für 1845 Dieterici, Übersichten, 3. Fortsetzung; für 1865 Viebahn,
a. a. O.
3 Wie stark in bäuerlichen Gebieten ehedem das Gesindedienstverhältnis
vorwaltete, lehrt uns die Statistik: 1849 machten die Gesindepersonen im