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Elftes Kapitel.
Die Existenzbedingungen der Städte.„Der Zug nach der Stadt.“
Überblicken wir die ökonomischen Existenzbedingungender Städte im allgemeinen und der modernen Städte, zumal derGrofsstädte, im besonderen, so werden wir sachliche und persönlicheExistenzbedingungen unterscheiden können. Unter den sachlichenExistenzbedingungen steht an erster Stelle die Ermöglichungdes Unterhalts wachsender städtischer Bevölkerungsmassen, also dasentsprechende Wachstum eines zu freier Verfügung stehendenSurplusprodukts der Landwirtschaft. Ein solches aber ist auf zweiWegen herbeigeschafft worden:
1. durch die zunehmende Ergiebigkeit der land-wirtschaftlichen Produktion, wie wir sie im vorigen Ab-schnitt als eines der wichtigsten Ergebnisse modern-kapitalistischerEntwicklung kennen gelernt haben; diese zunehmende Ergiebigkeitist entweder das Ergebnis gesteigerter Produktivität der land-wirtschaftlichen Arbeit oder eines Mehraufwands von Kapital;letzteres in Form ,von Produktionsmitteln, deren Herstellung aber-mals eine städtische Beschäftigung geworden ist. IntensiveSteigerung des Überschufsproduktes.
2. durch zunehmende Ausweitung des Unterhalts-gebietes, von dem das Surplusprodukt genommen werden kann.Diese Ausweitung ist die Folge der vervollkommneten Transport-technik, und hier — zum erstenmal — erscheint diese als einFaktor der modernen Städtebildung. Ihre Bedeutung ist eine reinquantitative, keine principielle. Extensive Steigerung des Über-schufsproduktes.
Zu den persönlichen Existenzbedingungen der Stadtdagegen gehört vor allem die Möglichkeit, über Menschenmassen zu
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