Zwölftes Kapitel. Die Grundrentenbildung in den Städten.
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dann als deren Ursache. Auch sie treten als eine durchaus all-gemeine Erscheinung der modernen Städteentwickelung aus einemreichen Zahlenmaterial deutlich hervor. Es mufs genügen, wennich als Probe einige Angaben über Grundversteigerungen inBerlin wiedergebe, die das Werk „Berlin und seine Eisenbahnen“enthält: „In den Jahren 1842 und 1843 löste die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn aus dem Verkauf von Restparzellen für dasQuadratmeter 16 Mk. an Stellen, wo jetzt bis zum Zehnfachengefordert wurde. Die Potsdamer Bahn hatte 1838 für das Quadrat-meter zu erwerbender Fläche 10 Va Mk. in Ansatz gebracht; jetztkostet das Quadratmeter Gelände am Endbahnhof 250 Mk., weiterzurück bis nach Schöneberg zu noch bis zu 180 Mk., in Schöneberg 99 bis 130 Mk., und weiter aufserhalb noch 20 bis 40 Mk., 1845wurde ein 13 Morgen grofses Gelände zwischen dem Invalidenhausund dem Schönhäuser Graben mit 10 Mk. für die Quadratruteoder mit 70 Pf. für das Quadratmeter bezahlt, jetzt würde mandort für das Quadratmeter 100 bis 130 Mk. zahlen müssen. Fürdiejenigen Theile, die als Bauland zu betrachten waren, hatte man90 Mk. für die Rute, also 6 1 lz Mk. für das Quadratmeter gefordert.1851 wurde von der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn amLausitzer Platz 6 V 2 Mk., aufserhalb der Stadtmauer zwischen demHalleschen und Kottbuser Thor 8 Va bis 10 V'a Mk., für Grund-stücke in der Mühlenstrafse beispielsweise 12 1 /*, 16, 17, 21 Mk.,in der Fruchtstrafse u. a. 12 V 2 Mk. für das Quadratmeter bezahlt,wo man jetzt das Quadratmeter nicht unter 100 bis 150 Mk. habenkann. Für ein in der Fruchtstrafse östlich vom Endbahnhofe derNiederschlesisch-Märkischen Bahn gelegenes Grundstück wurden8 Mk. auf das Quadratmeter gefordert, wo der Grund und Bodenjetzt das Doppelte kostet. Im Jahre 1862 wurde der gefordertePreis von 36 Mk. für ein zur Anlage eines Verbindungswegeszwischen dem Tempelhofer Ufer und der Teltower Strafse inAussicht genommenes Grundstück als enorm bezeichnet, jetzt würdeman das Vier- bis Fünffache zahlen müssen. Es bezahlte dieAnhalter Bahn im Jahre 1864 für Parzellen am Tempelhofer Ufer19—21 Mk., die Lehrter Bahn 1867 für Geländeteile des LehrterBahnhofs 17 Mk., 1870 21,4 Mk. für das Quadratmeter; jetzt sindderartige Parzellen 120 bis 170 Mk. das Quadratmeter wert.“ 1
1 Berlin und seine Eisenbahnen. S. 124/ Ein reiches Zahlenmaterialnamentlich für die enorme Bodenpreissteigerung in den Vororten Berlins ent-hält jetzt auch das Buch Paul Voigts, Grundrente und Wohnungsfrage inBerlin etc. 1901.
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