244 Zweites Buch. Die Neugestaltung des Wirtschaftslebens.
Wie aus diesen Angaben schon hervorgeht und wie es sichhei der Natur der kapitalistischen Preisgestaltung von selbst ver-steht, ist der Boden- und Häuserpreis ahgestuft nach der Lage zumCentrum der Stadt oder des Verkehrs. Diese Thatsache wirdanschaulich durch die Ziffern zum Ausdruck gebracht, die für dieStadt Bern vorliegen 1 . Daselbst betrug
bei einer
mittleren
der durchschnittliche
Entfernung vom
Bahnhof von ca.
für den qm:
1400
m
5,5 frs.
1100
n
9,0 „
800
»
11,9 „
400
27,5 „
250
n
40 „
150
107 „
100
55
109,8 „
400
„ (in der Stadt)
160 „
Welche immensen Bodenpreise in dem Centrum der Gfrofsstädtebezahlt werden, ist bekannt. Den Rekord in dieser Beziehunghält wohl New York, wo beispielsweise das 9800 Quadratmetergrofse Terrain der Society Building per Quadratmeter mit 12480 Mk.bezahlt wurde 2 .
Dafs die Erscheinung der Miet-, Gebäude- und Bodenpreis-steigerung allen Ländern mit kapitalistischer Entwicklung ebensogemeinsam ist wie das Phänomen der Städebildung selbst, bedarfkaum noch der besonderen Hervorhebung. Eine eingehende ziffern- mäfsige Begründung ist deshalb überflüssig. Zur Belebung desGesamtbildes sollen nur einige aufs Geratewohl gegriffene Zahlendienen. So stieg der Gesamtnutzungswert der in London vor-handenen bebauten Grundstücke von 22 Millionen $ im Jahre 1870auf 41 Millionen # im Jahre 1895; also um 19 Millionen £Von dieser Summe entfallen 11V 2 Millionen r £ auf die ent-
1 F. Trefzer, Die Grundpreise in der Stadt Bern . 1894. S. 8. Be-stätigt durch die Ziffern, die Landolt ebenfalls für Bern beibringt. Danachbetrug das Bodenwertminimum pro qm:
in der oberen Stadt 176,06 frs.,
„ „ unteren „ 64,82 „
im inneren Stadtbezirk 14,37 „
„ äufseren „ 5,21 „
2 Scientific American 1893. Citiert in der lesenswerten Schrift vonH. Kurelia, Wohnungsnot und Wohnungsjammer. 1900. S. 64.