Dritter Abschnitt. Die Neugestaltung des Bedarfs. Vorbemerkung. 251
an Bedeutung verliert; der Zusammenhang aber zwischen den ein-zelnen Zweigen der gewerblichen Produktion einer und derselbenOrganisationsform sowohl beim Abstieg wie Aufstieg ist eine nichtstark genug zu betonende Thatsache . Geht die handwerksmäfsigeSchusterei zu Grunde, so folgt ihr die Gerberei bald nach, leidetdie Tischlerei not, so beginnt die Drechslerei alsbald zu kränkelnu. s. f.
Und endlich schimmerten auch aus der Gesamtdarstellung, vorallem des vorigen Abschnitts, die Ergebnisse wohl schon hindurch,die sich für eine Lehre von der Neugestaltung des Konsums inden Centren des modernen Kulturlebens, den Städten, ergebenmufsten. Aber es wird doch, bei der grundlegenden Bedeutung, dieder Revolution der Bedarfsgestaltung beizumessen ist, nötig sein, imZusammenhänge vorzutragen, was sich mit NotwendigkeitalsErgebnisderwirtschaftlichenGesamtentwic klungan Veränderungen ergiebt, die der Konsum der Be-völkerung in unserm Zeitalter erfährt 1 .
Wir werden Veränderungen, die die Gröfse des Konsums be-treffen, quantitative, von solchen unterscheiden müssen, die sich aufden Artcharakter des Konsums erstrecken, den qualitativen. Zuden quantitativen Veränderungen rechne ich diejenigen Vorgänge,die man als Ausweitung des Konsums (13. Kap.) und Ver-dichtung des Konsums (14. Kap.) bezeichnen kann, während dieübrigen Metamorphosen, die in den Kapiteln 15, 1(3 und 17 zurDarstellung gelangen, den qualitativen Veränderungen zuzu-rechnen sind.
1 An Litteratur, die dem entwicklungstheoretischen Gedanken gerechtwürde, fehlt es wiederum so gut wie völlig. Die verdienstvolle Arbeit desDr. Otto von Zwi edeneclc-Südenhorst, Die Bedeutung des Bedarfs fürdie Entwicklung der gewerblichen Betriebssysteme (Zeitschrift für Volkswirt-schaft, Socialpolitik und Verwaltung, Band VII, S. 15 ff.) ist doch zu wenighistorisch und dazu zu unsystematisch, um befriedigen zu können, ganz ab-gesehen davon, dafs sie den Gegenstand nur aphoristisch behandelt.