Neunzehntes Kapitel. Der Rückgang des Wanderhandels.
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Barchent, Pfeffer- und Honigkuchen, Ilutinacher- und Strohwaren.Es ist nun die Annahme nicht unberechtigt, dafs die letztere Kategorievon Waren deshalb eine Neubelebung des marktmäfsigen Absatzeswährend der 1870er und 1880er Jahre erfährt, weil die kapitalistischhergestellten Erzeugnisse die Lücken der abnehmenden handwerks-mäfsig hergestellten Produkte ausfüllen. Freilich auch das nur aufkurze Zeit. Jetzt ist das Interesse des Kapitalismus an den Jahr-* markten offenbar völlig erkaltet, und auf der ganzen Linie sehen
wir daher ein Zurückweichen dieser Organisation, die binnen kurzemvöllig der Vergangenheit angehören wird, wenn wir, was statthafterscheint, die Breslauer Ziffern als typisch ansehen wollen.
Jahre
Zahl der Branchen j
Die Durchschnittszahl der VerkaufsstellenKrammärkten für die
an den
Alle Waren 1
Scluihmacher-
waren
Leinenwaren
Töpferwaren
Schnittwaren
Böttcherwaren
Tischlerwaren
Korbwaren
Porzellansachen
Wollwaren
Galanterie- undKurzwaren
Pfeffer- undHonigkuchen
Hutmacher- .waren
Strohwaren
Barchent
1863—69
82
4081
704
719
397
281
235
97
86
70
85 106
115
57
52
1870—74
75
5610
683
661
307
259
190
70
55
87
106; 103
118
54
43
_
1875—79
75
3093
634
597
210
171
116
50
35
89
87
73
93
31
35
41
1880-84
75
1954
855
360
160
81
58
19
23
61
70
37
70
3
3 1
98
1885-89
70
1858
364
226
112
64
45
6
23
60
82
84
89
44
113
1890-94
36
1371
291
180
90
52
34
5
22
58
95
100
102
36
69
1895—98
28
934
185
90
64
35
20
1
8
33
68
80
96
28
41
Der Verfall der Krammärkte, ihr Verarm ungsprozefs wird nochdeutlicher, wenn wir die obigen Ziffern mit den Bevölkerungs-ziffern Breslaus in Vergleich stellen.
Durchschnittszahl
Auf 1000 Ein-
Jahre
der Verkaufs-
der Einwohner
woliner kommen
stellen
in Tausenden
Verkaufsstellen
1863-69
4081
176,3
23,1
1870—74
3610
216,2
16,7
1875—79
3093
253,7
12,2
1880-84
1954
284,6
6,9
1885-89
1858
312,5
5,9
1890—94
1371
349,7
3,9
1895—98
934
390,4
24
1 Seit 1880 unter „Filz- und Strohhüte“ zusammenrubriciert.
23*
*