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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
Entstehung
Seite
436
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43t) Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.

Was aber ist es, das ihn schon wieder unfähig macht, sichden veränderten Absatzbedingungen anzupassen, was ist es, dasauch hier wieder dem kapitalistischen Unternehmen den Vorsprungverschafft? Wenn ich auch hier wieder an erster Stelle unter denVorzügen der letzteren die Verselbständigung der kaufmännischenFunktion nenne, so geschieht es doch in dem von vorhin etwasabweichenden Sinne, dafs ich den Nachdruck lege auf die dadurchhervorgerufene Abtrennung der technischen Funktionvon der Person des Produktionsleiters. Dieser ist als kapitalistischerUnternehmer im wesentlichen indifferent gegenüber der Art undWeise, wie die Erzeugnisse hergestellt werden, ja sogar bis zueinem gewissen Grade gegenüber der Gattung der Produkte über-haupt. Mindestens hat das Kapital als solches diese Eigenschaft.Es ist also, dank seiner Unpersönlichkeit, jederzeit imstande,solche Waren zu erzeugen, solche Verfahrungsweisen einzu-führen, die der jeweiligen Konjunktur entsprechen. Der Kapitalistrafft diejenigen Produktivkräfte zusammen, deren Vereinigung je-weils den besten Erfolg verheifst. Es braucht sich nicht immerum einen Branchenwechsel zu handeln, handelt sich auch in derMehrzahl der Fälle nicht darum. Es genügt die Umgestaltung imInnern einer bestehenden Unternehmung. Hier entläfst der Unter-nehmer Arbeiter, wirbt andere an, läfst heute rot, morgen blaufärben, stellt heute diese, morgen jene Maschine auf, ohne dafs ihmeine andere Schwierigkeit daraus erwüchse als die der vermehrtenKosten, die er dann wiederum im Verhältnis zu seiner Kapital-lcräftigkeit leichter oder schwerer überwindet. Es ist die völligfreie Verfügung des kapitalistischen Unternehmers über jede be-liebige Technik, die ihm die Möglichkeit des raschesten Wechselsjederzeit gewährt. Sie hat zur Voraussetzung, wie gesagt, die Los-trennung des technischen Vollbringers von der Person des Pro-duktionsleiters einerseits, die Behandlung der Arbeitskräfte blofsals Objekte andererseits. Die Repulsion und Attraktion der ge-eigneten Arbeitskräfte, namentlich der Specialisten und Qualitäts-arbeiter mufs natürlich eine völlig unbehinderte sein können, solljenes Ideal absoluter Versatilität erreicht werden. Dafs die Breiteder Produktionsbasis und die Kapitalkraft auch hier eine Rollespielen, wurde angedeutet. Aber die Pointe bleibt doch die Un-persönlichkeit oder wenn man will die Seelenlosigkeit des Kapitals.

Verbesserungen gegenüber milstrauisch zu sein und mit alten Maschinen weiterzu arbeiten. U. II, 73.