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Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.
Schritt auf der Bahn des Niedergangs und äufsert sich abermals ineiner weiteren Repulsion neuer Schichten von Arbeitern u. s. f.
Und mehr noch als die Arbeit selbst gewinnt das gesamte Milieuder kapitalistischen Produktionsunternehmung für den Arbeiter all-mählich den höheren Wert. In dem Mafse, wie sich sein prole-tarisches Klassenbewufstsein entwickelt, werden ihm die Restepatriarchalischen Wesens, die dem Handwerk immer noch anhaften:der Duzfufs, auf dem der Meister zu ihm steht, die Beaufsichtigungseines privaten Lebenswandels, wohl gar noch die Eingliederung indie Familie des Meisters zur unerträglichen Fessel. Zumal sie heut-zutage nichts anderes mehr als Lügen sind, denn bei der ver-zweifelten Lage, in der sich das Handwerk befindet, sind derArbeitgeberstandpunkt, der Hafs gegen den Arbeiter, die Rück-sichtslosigkeit in seiner Behandlung oft genug viel schroffer imHandwerk ausgebildet als beim kapitalistischen Unternehmer, wieauch bei allen Arbeitsstreitigkeiten die Anerkenntnis seines Rechtesdem Arbeiter viel schwerer bei dem Handwerksmeister durchzu-setzen gelingt als bei vielen Grofsindustriellen. Man denke an dieSchwierigkeiten einer Tarifvereinbarung mit den kleinen Meistern!So dafs auch für seine gewerkschaftlichen Bestrebungen, die denArbeiter immer mehr zu erfüllen beginnen, er in der Sphäre derkapitalistischen Industrie einen verhältnismäfsig immer noch ge-eigneteren Boden findet als im Handwerk.
So vollzieht sich auch an dieser Stelle in der Anschauungsweltdes Arbeiters unaufhaltsam jener grofse Umbildungsprozefs, in demsich unsere Zeit befindet, aus einer handwerksmäfsigen in einekapitalistische Wirtschaftsorganisation. Und, wie gezeigt wurde,trägt gerade dieser Ideenwandel nicht am wenigsten dazu bei, dieUmbildung zu beschleunigen, die letzten Reste handwerksmäfsigerVergangenheit aus unserem gesellschaftlichen Leben zu beseitigen.