Dreifsigstes Kapitel. Der Kampf um die Arbeitskraft.
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6. Bautischlerei: Fabrikation von Fensterläden. Alleiji-arbeiter bezw. Betrieb von 14 Personen. Der Preis für lOstündigeTischlervollarbeit beträgt 1,50 $. Die kleinkapitalistische Unter-nehmung zahlt pro Tag an
1 Person 2,75 $
2 Personen 1,75 „
, 3 „ 1,50 „
2 „ 1,00 „
6 „ 0,75 ,
14 Personen 165 $
Der Durchschnittspreis der Arbeitskraft beträgt 1,18 $.
Ähnlich genaue Berechnungen sind mir für andere Gewerbenicht bekannt geworden; doch weifs man von manchen, dafs sichin ihnen die Arbeitsverhältnisse ganz ähnlich gestaltet haben.Beispielsweise ist in der Buchbinderei und den verwandtenBranchen während der letzten 25 Jahre eine völlige Revolu-tionierung der Arbeitsverhältnisse durch fortgeschrittene Differen-zierung erfolgt 1 .
Haben wir bisher die Fähigkeit der kapitalistischen Unter-^ nehmung kennen gelernt, sich besser dem Artcharakter des
neuen Arbeitsangebots anzupassen, so müssen wir nunmehr einegleiche Überlegenheit dieser Wirtschaftsform dort konstatieren, woes sich um Anpassung an die eigentümlichen Ortsver-hältnisse auf dem gewerblichen Arbeitsmarkte unserer Tagehandelt. Wir drückten dies so aus: die kapitalistische Unter-nehmung habe die gröfsere Fähigkeit, die Arbeitskräfte zu be-schäftigen, ohne sie zu einem Ortswechsel zu zwingen. Dasheifst: sie geht der Arbeitskraft nach und vermag sich derenExistenzbedingungen völlig anzuschmiegen. Das geschieht beispiels-
1 Vgl. E. Gnauck-Kiihne, a. a. O.; ferner die Wiener Enquete, S. 15.Über die verschiedenen Lohnsätze, die in der kapitalistischen Buchbinderei ge-zahlt werden, unterrichtet folgende Tabelle. Nach der Lohnliste einer Berliner^ Grofsbuchbinderei sollen die Arbeiter folgenden Verdienst bei neunstündiger
Arbeitszeit haben:
1. Presser . ,.
50—65 Mark
pro Woche
2. Pappenschneider.
45
n
rt
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3. Bücherbeschneider.
56
4. Vorrichter.
36-39
5. Marmorierer.
44
n
n
6. Hefterinnen.
25—30
7. Arbeiterinnen, Falzerinnen u. s. w.
18—28
n
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