Zveiunddreifsigstes Kapitel. Der Kampf um die Technik.
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der beiden im Konkurrenzkämpfe liegenden Wirtschaftsformengröfsere oder geringere Schwierigkeiten erwachsen, wodurch ihreStellung auf dem Markte alsdann Schaden leiden würde.
I. Das materialvereinigende Verfahren.
Hierbei handelt es sich um eine der die Arbeitsleistung steigerndenbestimmten Arten der Materialanordnung, deren es im wesent-lichen vier giebt 1 : 1. Zusammenlegung des Materials zu Bündeln, dieeine gleichzeitige Behandlung von vielen Einzelgegenständen ermög-licht : Beispiele das Drahtbündel, an dem gleichzeitig en masse Steck-nadelköpfe gefeilt werden; das Streichholzbündel, das zum Eintauchenin die Zündmasse zusammengefafst wird; gleichzeitiges Durchlochenmehrerer Fahrscheine 5 2. Verteilung grofser Materialmassen zwecksbesserer Bearbeitung: Stearin, das man in 200 Kerzen-Grufsformenlaufen läfst; 3. ein zweckmäfsiges Nacheinanderordnen des Materials,damit dieses in richtiger Reihenfolge die verschiedenen Stadien desArbeitsprozesses passieren kann: Papier; 4. Sortieren des Materials,um es seiner Verschiedenheit entsprechend verschieden behandelnzu können: Hadern.
Fafst man das Wesen dieses Verfahrens richtig auf 2 , so kannes keinem Zweifel unterliegen, dafs principiell die Anwendungdieses Verfahrens an keine bestimmte Wirtschafts- oder Betriebs-form gebunden ist. Weder die Kleinheit des Umfangs handwerks-mäfsiger Produktion schliefst sie von vornherein aus, noch stelltihr die specifische Qualität des handwerksmäfsigen Produktions-leiters unübersteigliche Hindernisse in den Weg. Anders dagegenliegen die Dinge, sobald es sich um die zweckmäfsige An-wendung des Verfahrens, um seine Nutzbarmachung handelt.Diese nämlich, so ergiebt sich, ist nur unter bestimmten Voraus-setzungen möglich und diese Voraussetzungen vermag der Hand-werker in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle nicht zu erfüllen.Es ist allerdings unzweifelhaft richtig, dafs theoretisch jeder Einzel-schneider, der ein Dutzend Anzüge macht, den Stoff zu diesen An-zügen in einem zuschneiden, dafs jeder Tischler das Holz zu einemDutzend Schränke in einem zusägen, dafs ein Buchbinder hundertBücher in einem der Reihe nach heften, beschneiden, marmorierenetc. kann.
1 Herrmann, Kultur und Natur, 46.
2 Siete die ausführlichere Erörterung in: Gewerbl. Arbeit, 24 ff.
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