516 Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.
Wie aber sieht es in praxi aus? Da hat zunächst der Hand-werker, wenn er die Produktion des einen Stücks anfängt, in derRegel noch gar nicht die Aufträge zur Anfertigung der anderen.Hätte er sie aber, so würden sie nur aufserordentlich selten sogleichmäfsig sein, um für alle das Material einer gleichförmigenBehandlung unterziehen zu können. Angenommen aber auch, dieseSchwierigkeit wäre behoben, so stände der Anwendung des material-vereinigenden Verfahrens doch immer noch das schwerwiegendeBedenken entgegen, dafs es die handwerksmäfsige Produktion vielzu sehr verlangsamen würde. Das genannte Verfahren gehörtnämlich offenbar zu denjenigen, die den Produktionsweg für eineAnzahl Produkte verlängern, um ihn im Durchschnitt für alle ab-zukürzen. Auch der einzelne Arbeiter wird ohne Zweifel hundertBücher rascher einbinden, wenn er sich des materialvereinigendenVerfahrens bedient, als wenn er sie einzeln eins nach dem anderneinbindet. Dafür wird aber die Produktionszeit für die erstendreifsig oder vierzig beträchtlich verlängert. Nehmen wir an, dieProduktivität der Einzelarbeit würde infolge der Anwendung desmaterialvereinigenden Verfahrens verdoppelt: der Handwerker ge-lange dahin, hundert Bücher in 25 Tagen, statt wie ehedem in50 Tagen einzubinden, die Produktionszeit betrage also für daseinzelne Buch im Durchschnitt nur noch 1 k Tag, statt V 2 Tag,so würde dieser Effekt doch nur dadurch zu erzielen gewesen sein,dafs die Produktionszeit für die ersten beiden Bücher um 24 Tage,diejenige für die beiden folgenden um 23 Tage u. s. w., d. h. dieProduktionszeit der 50 ersten Bücher um einen entsprechendenBetrag verlängert worden wäre. Dieser Übelstand ist entweder fürdie kapitalistische Produktionsweise überhaupt von geringem Be-lang, oder er wird durch entgegen wirkende Mafsnahmen, derender Handwerker nicht mächtig ist, aus der Welt geschafft: durcheine Produktion auf erweiterter Stufenleiter, wodurch das Gesamt-material einer gröfseren Anzahl von Produkten von zahlreichenArbeitskräften auf einmal in Angriff genommen wird; durchAnwendung maschineller, chemischer oder anderer Verfahrungs-weisen, die die einzelnen Teile des Produktionsprozesses ab-kürzen u. s. w.
II. Das arbeitzerlegende Verfahren.
So nenne ich das Verfahren, das einen Komplex von Arbeits-verrichtungen — sage das Spinnen eines Fadens — in seine ein-zelnen Bestandteile mit Bewufstsein auflöst, das mit Erfolg „ver-