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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
Entstehung
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Zweiunddreifsigstes Kapitel. Der Kampf um die Technik. 517

sucht, den Geist herauszutreiben und danndie Teile in seinerHand hat h

Dieses Verfahren kann nun principiell wiederum vom Einzel-arbeiter ebenso gut wie von einer zu gemeinsamer Produktionzusammengegliederten Vielzahl von Arbeitern angewendet werden,ist also auch dem Handwerker nicht verschlossen. Damit es aberdie produktivitätsteigernde Wirkung, deren es fähig ist, thatsächlicliausübe, mufs es

1. in Verbindung mit dem materialvereinigenden Verfahren,vor allem aber

2. unter gleichzeitiger dauernder Verteilung der durch Zerlegungentstandenen Einzelfunktionen an bestimmte Arbeiter (Specialisation),angewendet werden 1 2 .

Die Erfüllung der ersten dieser beiden Bedingungen bereitetdem Handwerker die schon erörterten Schwierigkeiten, denen erbei Anwendung des materialvereinigenden Verfahrens begegnet.Die Erfüllung der zweiten Bedingung ist ihm aber geradezu inder überwiegenden Mehrzahl der Fälle unmöglich.

Die Specialisierung der Arbeitsverrichtungen im Rahmen einesB e t ri e b s, die wir zuerst ins Auge fassen, ist, wie wir in anderemZusammenhänge schon feststellten, an die Voraussetzung einer dasAusmafs handwerksmäfsiger Produktion fast immer überschreitendenMindestgröfse des Betriebsumfanges geknüpft. Soll ein Arbeiter inden Stand gesetzt werden, immer nur Stoff oder Leder zuzuschneiden,so müssen Dutzende anderer Arbeiter vorhanden sein, die den zu-

1 Das nähere siehe wieder Gewerbliche Arbeit, 22 ff.

2Die Arbeitszerlegung schafft aber weiter erst die Möglichkeit, quali-tativ und quantitativ abgestufte Arbeitsleistungen an Stelle vollwertiger Total-leistungen zu nutzen: durch die Zerlegung des Gesamtproduktionsprozesses ineinzelne Teile entstehen viele Teilarten, zu deren Ausführung Kinder, WeiberGreise, Krüppel und geistig Arme gleichermafsen sich eignen wie vollwertigeArbeitskräfte mit Kraft und Geschick; entstehen aber auch so vielerleiverschiedene Teilarbeiten, dafs die qualitativ unterschiedliche Begabung derMenschen zu voller Berücksichtigung zu gelangen vermag. Die Arbeits-zerlegung verselbständigt gleichsam die Teilprozesse; sie gestattet dadurch das,was früher nur nacheinander denkbar war, nebeneinander zu legen: die gleich-zeitige Inangriffnahme sämtlicher Arbeitsverrichtungen eines Gesamtarbeits-prozesses wird möglich. So lange es nur einSpinnen giebt, kann dieserGesamtprozefs immer nur als Ganzes zu gleicher Zeit begonnen werden. NundasSpinnen in seine Bestandteile aufgelöst ist, kann a tempo nebeneinanderkardiert, gestreckt, vor- und feingesponnen werden: eins der wesentlichstenMomente für die Beschleunigung des Produktionsprozesses. GewerblicheArbeit, 24.