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520 Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.
■wissenschaftliche Verfahren bedeutet, wie wir wissen, den stetenWechsel in der Gestaltung des Produktionsprozesses. Und solcherWechsel ist dem Handwerker seiner Natur nach unmöglich.
Ersichtlich kann nun aber auch das rationelle Verfahren, über-haupt kann die Wissenschaft in der Produktion erst Anwendunglinden, wenn und soweit eine kunstvolle Organisation an die Stelledes einzelnen Arbeiters oder einer Summe von Arbeitern den Ge-samtarbeiter setzt. Denn, wie wir ebenfalls wissen, beruht geradedas wissenschaftliche Verfahren darin, den Produktionsprozefs ohneRücksicht auf die Leistungsfähigkeit und Geeignetheit der mensch-lichen Organe in seine Bestandteile aufzulösen und die Teilprozessein neuer Zusammenfügung zu einem Ganzen zu verbinden. Da müssennun so viel Träger der Teilverrichtungen, so viel Beaufsichtiger vonTeilprozessen geschaffen werden, wie es das Verfahren rationellerachtet, und diese Teilarbeiter fügt dann erst die gesellschaftlicheBetriebsform zu einem Gesamtarbeiterorganismus, der dann denGesamtprozefs repräsentiert, kunstvoll wieder zusammen. Daswissenschaftliche Verfahren der Produktion hat sein Substrat ebensoim Gesamtarbeiter des gesellschaftlichen Betriebes wie die Empiriein der individuellen Persönlichkeit des einzelnen Produzenten. Daswissenschaftliche Verfahren baut sich mit anderen Worten fast stetsauf dem arbeitzerlegenden und material vereinigenden Verfahren auf.Alles also, was den Handwerker hindert, sich dieser Verfahren zubedienen, hindert ihn auch, das wissenschaftliche Verfahren anzu-wenden.
Das liegt alles verhältnismäfsig klar zu Tage. Nicht so deut-lich jedoch ist die Unfähigkeit des Handwerks zu erkennen, vondem letzten, noch nicht erörterten Verfahren der modernen Technikzweckmäfsigen Gebrauch zu machen: dem maschinellen. Wir
wollen dessen Anwendbarkeit daher einer gründlichen und g e-sonderten Erörterung unterziehen.