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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
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Dreiunddreifsigstes Kapitel. Handwerk und Maschine.

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Und zwar erfolgt dieser Rückgang auf Kosten der ganz kleinenMotoren bis zu 2 PS., wie die Statistik uns ebenfalls kund tbut.

Dafs aber auch der Gasmotor das eigentliche Feld seinerThätigkeit aufserhalb der eigentlichen Sphäre des Handwerks sicherobert hat, bestätigen mancherlei Anzeichen. Zunächst belehrtuns die Statistik, dafs jenen 4718 Kleinbetrieben, in denen Gasals Elementarkraft genutzt wurde, 9001 Mittel- und Grofsbetriebegegenüberstanden, in denen Gasmotoren Verwendung fanden.Sind aber die Schätzungen von H. Lux, der für 1892 22000Gasmotoren in Thätigkeit wissen will 1 , oder jene P. Schevens 2 ,nach denen 1894 in Deutschland ca. 21 700 Gasmotoren in Funktionwaren, oder diejenigen Schäfers 3 , wonach 1897 die Zahl derarbeitenden Gasmotoren mindestens 24000 betragen soll, an-nähernd richtig, und sie werden von Sachkennern wie Lux dafürgehalten, so würde daraus des weiteren zu folgern sein, dafs inden gröfseren Betrieben mindestens zwei bis drei Gasmotoren imDurchschnitt in Gebrauch waren. Endlich aber ergaben privateErmittelungen die Thatsache, dafs ein grofser Teil der Gasmotorenin Betrieben verwandt wird, die auch ihrer Art nach ganz und garnicht dem Handwerke zugehören, wie Betriebe zur Erzeugung vonelektrischem Licht, Pumpenbetrieb, Kaffeebrennereien, Gasanstalten,Mineralwasseranstalten, zu Ventilationszwecken, zum Betrieb vonAufzügen, Orgeln, Kühlmaschinen u. s. w. Von 13119 Gasmotoren,die die Gasmotorenfabrik Deutz in Deutschland abgesetzt hat,sollen höchstens ein Drittel demKleingewerbe, d. h. also wohlder handwerksmäfsigen Produktion zu gute kommen 4 . H. Luxnimmt an, dafs von den an die Gasanstalten angeschlossenenPferdestärken kaum ein Viertel auf das Handwerk entfalle,und fügt hinzu:Noch geringfügiger wird diese Zahl, wenn mandie Beanspruchung oder Betriebsstundenzahl der Gasmotoren inBetracht zieht. . . Alle sicher nicht dem Kleingewerbe dienendenGasmotoren zeigen überwiegend eine höhere Beanspruchung, alsder Durchschnittsziffer entspricht, während die Gasmotoren imKleingewerbe nur etwa ein Fünftel der Gesamtkraftausgabebeanspruchen. Nur in Ausnahmefällen wurde die Maximalbetriebs-

1 H. Lux, Der Kleinmotor und das Kleingewerbe, a. a. O., S. 310.

2 P. Scheven, Die Lehrwerkstätte. 1 (1894), 214.

3 F. Schäfer, in der Zeitschrift für Beleuchtungswesen 1897, Heft 18,citiert hei H. Lux, Gas- und Elektrizitätswerke, 26.

4 Nach F. Schäfer, Die Kraftversorgung der deutschen Städte durchLeuchtgas (1894), cit. bei Lux, a. a. O., S. 310.