Dreiunddreifsigstes Kapitel. Handwerk und Maschine. 529
Es kann nun aber für den Sehenden keinem Zweifel unter-liegen, dafs von diesem gewaltigen Aufschwung, den die Nutzungder elektrischen Kraft in unserer Zeit nimmt, das Handwerkwiederum nur mit einem verschwindend kleinen Bruchteile Anteilhat. Zunächst ist es offenbar die Grofsindustrie, die in wachsendemUmfange selbst zum elektrischen Antrieb übergeht, selbst und zu-erst also alle Vorzüge der Elektrotechnik sich zu nutze macht,sodafs sie schon wieder einen Vorsprung vor dem Handwerkervoraus hat, auch wenn dieser wirklich sich entschliefst, einen Elektro-motor in seinem Betriebe einzustellen.
Aber auch mit den Elektrokleinmotoren ist es wieder eineigen Ding. Die genauere Prüfung ergiebt, dafs sie allen andern,nur nicht dem Handwerk zu gute kommen. Zunächst istwieder wie bei den Gasmotoren festzustellen, dafs ein gröfsererTeil der in den Städten angeschlossenen Motoren überhaupt nichtZwecken der gewerblichen Produktion dient, sondern bestimmtist, Aufzüge, Ventilatoren, Musikinstrumente, zahnärztliche Bohr-maschinen u. dgl. zu treiben. Von den am 30. Juni 1901 in Berlin an das dortige Elektrizitätswerk angeschlossenen
6426 Elektromotoren mit 21448,5 PS.wurden für folgende aufsergewerbliche Zwecke verwendet 1 :
V erwendungsart
Zahl
PS.
Aufzüge.
. 1074
6243,9
Ventilatoren.
. 922
334,5
Verschiedenartige Verwendung .
. 800
2253,9
2796
8832,3
Ähnlich liegen die Verhältnisse anderswo. So waren beispiels-weise in Dresden Ende 1899 254 Elektromotoren mit zusammen742,61 PS. angeschlossen 2 . Davon dienten
26 mit 89,10 PS.
zum
Betrieb
von
Aufzügen,
20
n
44,95
n
n
n
n
Gleichstrommaschinen]
24
n
22,67
n
n
17
71
Ventilatoren,
10
n
20,66
n
71
11
11
Kaffeeröstereien,
2
n
4,30
11
n
11
n
Orgeln,
5
n
0,52
»
n
n
n
Zahnbohrmaschinen,
1 Freundliche Mitteilung der Direktion.
2 Verwaltungsbericht des Rates der Stadt Dresden für 1899 (1901).S. 332.
Sombart, Der moderne Kapitalismus. II.
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