Druckschrift 
2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
Entstehung
Seite
534
Einzelbild herunterladen
 

534

Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.

von Arbeitsmaschinen, d. h. eine solche Verwendung, bei der einevolle Ausnutzung der Maschinen stattfinden soll, offenbar folgendeeinfache Regeln:

1. es genügt, um konkurrenzfähig zu sein, der Besitz von einerTeilmaschine nicht, wenn die Technik schon für andere Teilprozessedas machinale Verfahren ausgebildet hat; es bedarf vielmehr zudiesem Zwecke der Einstellung eines Systems von Arbeitsmaschinen;

2. die rationelle Betriebsgröfse wird bestimmt durch das Arbeits-quantum der verhältnismäfsig leistungsfähigsten Teilmaschine; dieMindestbetriebsgröfse ist von der Mindestgröfse dieser Teilmaschineabhängig;

3. die Mindestbetriebsgröfse entscheidet über das Mindestmafsvon Produktion, somit also in unserer Wirtschaftsordnung über dasMindestmafs von Absatz, der notwendig ist, um die Vorteile desmachinalen Verfahrens vollständig auszunutzen.

Die Erfahrung belehrt uns nun dahin, dafs in derRegel die Ausmafse des handwerksmäfsigen Sach-vermögens und des handwerksmäfsigen Betriebesnicht genügend sind, um die genannten Bedingungeneiner rationellen Anwendung machinaler Technik zuerfüllen. Meist sind entweder die Anschaffungskosten derMaschinerie zu hoch, oder aber es würde der Betrieb weit überden Rahmen handwerksmäfsiger Organisation erweitert werdenmüssen, wenn sämtliche Arbeitsmaschinen voll genützt werden sollten,oder es fehlt an Absatz, um die volle Ausnutzung des Maschinen-systems zu ermöglichen, oder es sind (und das ist wohl die Regel)alle drei Hinderungsgründe zusammen wirksam, um den Einzugdes maschinellen Verfahrens in die Werkstatt des Handwerkershintanzuhalten. Wiederum, wo der Handwerksbetrieb die Einstellungeiner einzigen oder einiger Teilmaschinen rationellerweise gestattenwürde, pflegt der Vorsprung, den das maschinelle Verfahren gewährt,zu gering zu sein, um eine wesentliche Rolle im Konkurrenzkämpfezu spielen (Fleischhackmaschine, Knetmaschine). Ist aber dieökonomische Verwendung der Arbeitsmaschinerie ausgeschlossen, soist ersichtlich, dafs auch der beste Motor dem Handwerker nichtsnützen kann. Ein paar ziffermäfsige Angaben mögen das Gesagtebestätigen.

Zu denjenigen Gewerben, in denen ein kompletter Set vonArbeitsmaschinen noch für leidlich niedrige Summen zu beschaffenist, gehört die Buchbinderei. Unter der Voraussetzung, dafssich der Betrieb schon einigermafsen specialisiert hat, etwa auf