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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
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Dreiunddreilsigstes Kapitel. Handwerk und Maschine.

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gemacht wäre, ob er sich auch dauernd gegen die grofse Fabrikhalten könnte 1 2 3 . Andreas Voigt kommt zu einer dem Hand-werker etwas günstigeren Auffassung z . Doch ergiebt sich auch nachseinen Berechnungen, dafs mindestens vier Arbeiter ständigbeschäftigt sein müssen, um die allerkleinste Maschinenanlage in derDrechslerei einigermafsen rentabel zu machen.

Sehr kompliziert ist die Arbeitsmaschinerie in der Böttcherei,sodafs ihre Anwendung erst auf verhältnismäfsig hoher Stufenleiterdenkbar ist 8 .

Was aber für die holzverarbeitenden Gewerbe gilt, gilt auchfür die metallvearbeitenden.

Von der Schlosserei heifst es:Der Vorteil von Ersparungan Arbeitern durch Werkzeugmaschinen kommt nur grofsen Be-trieben zugute, wie solche in Jena nicht bestehen. Ganz ähnlichwäre auch die Bedeutung von Kraftmaschinen für kleine Betriebezu beurteilen 4 * .Für Schlosser und Schmiede ist von dergröfseren Verwendung von Motoren keine wesentliche Besserungzu erwarten; jedenfalls würde eine beschränkte Anzahl bessersituierter Meister alle übrigen in den Hintergrund drängen, denndie Maschinenkraft macht eben, um rentabel zu sein, eine möglichstweitgehende Ausnützung notwendig und damit einen grofsen Um-satz. Daher sehen wir auch die betreffenden Meister genötigt, eineWerkzeugmaschine nach der andern anzuschaffen. Auf diese Weisebildet sich dann der handwerksmäfsige kleinmotorische Betrieb zurKleinfabrik aus 6 .Die im Kleinbetriebe eingeführten Maschinen,wie z. B. Hobel-, Bohr- und Fräsmaschine, Drehbänke, Windflügel,Motoren etc. sind in der Konkurrenz mit dem Grofsbetriebe nichtimstande, den Zeugschmiedemeister, trotz seines besserenArbeitsproduktes (?), vor dem Untergange zu schützen 6 .

Endlich entgeht auch die Klempnerei dem allgemeinen Ge-setze nicht:Die Maschinen, für welche sie grofse Aufwendungenhaben, machen sich nicht bezahlt 7 , gilt auch für die Handwerks-

1 U. VII, 523.

2 U. III 133.

3 Vgl. die Zusammenstellung der in der Böttcherei gebräuchlichenArbeitsmaschinen in der Statistik des D. R. N. F. Bd. 119. S. 145.

4 U. IX, 74.

6 U. IV, 312 f.: Das Urteil eines Technikers, deren jüngere Generationjetzt auch anfängt, die Bedeutung der Kleinmotoren für die Rettung des Hand-werks mit nüchternen Augen anzusehen.

6 Fachberichte aus dem Gebiet der schweizerischen Gewerbe, S. 168.

7 U. IX, 82.