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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
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538 Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.

betriebe dieses Gewerbes.Seit Mitte der 1850er Jahre sind in dersalzwedeler Klempnerei kleine mit der Hand betriebene Maschineneingeführt, sodafs sich heute bei allen städtischen und den meistenländlichen Meistern die 3 oder 4 einfachsten Maschinen finden, ver-möge deren nach Prof. Reuleaux eine Werkstatt das fünf bis acht-fache der früheren Handarbeit bei gleicher Arbeiterzahl leistenkönnte, wenn nämlich so viel Arbeit wäre, um sie regelmäfsig be-nützen zu können 1 . '» r

So wird man, denke ich, wenn man diese von den verschiedenstenGewährsmännern herrührenden, übereinstimmenden Urteile über-blickt, nicht mehr zweifeln dürfen an der Richtigkeit der oben auf-gestellten Behauptung: dafs der Regel nach moderne maschinelleTechnik trotz aller Entwicklung zu Gunsten kleiner Kraftmaschinensich mit dem Wesen handwerksmäfsiger Produktion nicht ver-trägt. Sie verlangt, damit sie sich bethätigen könne, einen Körper,der die Ausmafse des Handwerksbetriebes in fast allen Fällen über-schreitet; sie verlangt aber auch zu ihrer Belebung eine andereSeele, als sie im Handwerk wohnt. Es ist eine richtige Bemerkung,dafs die Maschine ein dem Handwerker heterogenes Element sei,dafs sie aus einer ihm fremden Welt von Ideen und von socialerErziehung stamme. Die modernen Maschinen sind die legitimstenKinder des modernen ökonomischen Rationalismus. Und der Hand-werker, der davon ifst, stirbt daran. Aber nicht nur die Hand-habung der betreffenden Maschinerie selbst ist es, was dem Hand-werker Qualitäten ab verlangt, die er nicht besitzt: auch alles, wasim Gefolge des Maschinenbetriebes an Anforderungen auftritt: diedurch Vergröfserung des Arbeitspersonals notwendig werdendenorganisatorischen Fähigkeiten, die durch Vermehrung der Produktionerforderlich gemachten kaufmännischen Funktionen vermag derHandwerker nicht zu prästieren. Was die moderne Technik, ins-besondere wiederum die Elektrotechnik also bewirken kann, istmöglicherweise eine Vermehrung kleinkapitalistischer Exi-stenzen. Diese aber stellen nicht die Wiedergeburt des Hand-werks dar: sie dienen vielmehr nur dazu, dieses um so schnellerzu vernichten, weil sie, die aus ehemals handwerksmäfsiger °

Thätigkeit erwachsen sind, das Handwerk mehr noch und rascherals die grofskapitalistische Unternehmung aus seinem ureigenstenProduktionsgebiet zu verdrängen vermögen. Durch eine derartigeEntwicklung, die dem Konzentrationsprozefs des Kapitals zunächst

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