Siebenunddreifsigstes Kap. Die Ausbeutung jugendl. Arbeitskräfte etc. 567
Was aber vor allem eine der neueren Zeit eigentümliche Er-scheinung in dem Lehrlingswesen ist, ist ihre aufserordentlich starkeVermehrung. Aufmerksame Beobachter hatten die Zunahme derLehrlingsausbeutung im Handwerk längst wahrgenommen;die gelegentlichen Untersuchungen und Enqueten hatten ihre rapidenFortschritte bestätigt. Aber ein deutliches und zuverlässiges Bildvon dem geradezu staunenerregenden Umfange, den sie heute erreichthat, besitzen wir doch für Deutschland erst seit der Veröffent-lichung der Ergebnisse der Gewerbezählung von 1895.
Für 21 der wichtigsten alten Handwerksgebiete stelle ich da-nach zunächst die Zahl der Lehrlinge der Zahl der gleichzeitigbeschäftigten Arbeiter beiderlei Geschlechts gegenüber 1 :
Es wurden in Betrieben mit bis 5 Personen gezählt:
Gewerbe
Arbeiter
überhaupt
Lehrlinge
auf 100 ArbeiterLehrlinge
1. Schlosser.
30144
18886
62,7
2. Barbiere und Friseure
26974
12179
45,1
3. Buchdrucker . . .
5 243
2344
44,7
4. Riemer und Sattler .
21570
9236
42,8
5. Tapezierer ....
8 254
3526
42,7
6. Klempner.
19611
8134
41,5
7. Uhrmacher ....
7 859
3182
40,5
8. Kupferschmiede . .
3 284
1316
40,2
9. Buchbinder ....
9602
3856
40,2
10. Grob- (Huf-) Schmiede
68784
27 601
40,1
11. Schneider.
113514
44391
39,1
12. Tischler.
90717
34336
37,8
27 307
10151
37,2
14. Stubenmaler . . , .
33281
12171
36,6
15. Konditoren ....
7082
2558
36,1
16. Drechsler ....
7 381
2 632
35,7
17. Böttcher.
12588
4439
35,3
18. Schuhmacher . . .
95 220
32740
34,4
19. Glaser.
7 030
2359
33,5
20. Bäcker.
93555
29571
31,6
21. Fleischer.
66454
20889
31,4
In 21 Gewerben
755410
286497
37,9
1 Die folgenden Ziffern, soweit nichts anderes bemerkt, sind entnommenbezw. durch Berechnung gewonnen aus den Bänden 113 und 119 der B*ichs-statistik N. F.