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Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.
In allen diesen Gewerben geht der Klein- und Kleinstbetriebzurück. Es verminderte sich die Zahl der Kleinbetriebe von1882 bis 1895
der Schuhmacher um 10964
„ Gerber „ 2943
„ Seiler „ 2038
„ Mützenmacher „ 771
_ Wollweber „ 2343
Nun müssen wir aber noch eine dritte Kategorie von Gewerbenunterscheiden, solche nämlich, in denen wir neben einem Rück-gang der handwerksmäfsigen Kleinbetriebe eine übernormal starkeNachwuchsrate konstatieren. So verminderte sich beispielshalbervon 1882 bis 1895 die Zahl der Kleinbetriebe in der Schlossereium 1858, in der Grobschmiederei um 4383, in der Kupferschmiedereium 352, in der Tischlerei um 6082. Gleichwohl haben alle dieseGewerbe in der Sphäre der an Zahl abnehmendenKleinbetriebe einen aufserordentlich starken Nachwuchs. Esmachen nämlich die jugendlichen Arbeiter und Lehrlinge von derZahl der Selbständigen aus: in der Schlosserei 142,9%, in derGrobschmiederei 63,4%, in der Kupferschmiederei 71,2 °/o, in derTischlerei 51,7 %. Hier übt also das Handwerk eine starke An-ziehungskraft aus, trotzdem es zurückgeht. Der Grund dieserErscheinung ist dieser: ein erheblicher Teil der in diese Gewerbeals jugendliche oder lernende Arbeiter eintretenden Personen hatals Ziel den Übergang zur Grofsindustrie. Sie würdennicht daran denken, zu den Handwerksmeistern zu gehen, wenn diegrofsindustriellen Unternehmungen sie aufnähmen. Dafs diese gegendie Annahme sowohl von Lehrlingen wie von jugendlichen Arbeiternheute in ihrer überwiegenden Mehrzahl noch eine unüberwindlicheAbneigung haben, bewirkt es, dafs der gesamte Nachwuchs zahl-reicher Grofsindustrien sich durch die enge Pforte der handwerks-mäfsigen Betriebe drängen mufs, die Handwerker aber dadurchein paar Jahre lang ein Arbeitermaterial erhalten, das ihnen aufGnade oder Ungnade überantwortet ist, somit ein Ausbeutungs-material, wie es idealer kaum zu denken ist, wie es höchstens ineinzelnen Hausindustrien kapitalistischen Unternehmern zur Ver-fügung steht.
Welcher Prozentsatz von dem Gesamtbedarf der Grofsindustriean solcherart Arbeitern von ihr selbst herangezogen wird, welcher