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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
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Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.

Chancen für Zwergexistenzen, wie für gelernte Arbeiter in grofs-industriellen Etablissements bietet. Ich möchte hierhin beispiels-weise folgende rechnen:

Buchdruckerei, beschäftigt (1895) zwar 53,2°/o ihrer Erwerbs-tätigen in Betrieben mit 620, 36,9 °/o in noch gröfserenBetrieben, weist aber gleichwohl eine Vermehrung derKleinbetriebe von 1882 bis 1895 um 1222 auf 1 ;

Buchbinderei und Kartonnagefabrikation hat nur 33,6 °/o klein-betriebliche Erwerbstätige, die Kleinbetriebe vermehrtensich aber noch um 532;

Klempnerei mit 78,9 °/o kleinbetrieblichen Existenzen und einerZunahme der Kleinbetriebe um 2314.

Es betrug aber die Nachwuchsrate in den Kleinbetrieben dieserGewerbe (d. h. es machten aus Lehrlinge + jugendliche Arbeitervon der Zahl der Selbständigen ) bezw. 141,9 °/o, 60,9%, 67,4°/o.

Man mag im einzelnen Falle schwanken, ob man ein bestimmtesGewerbe dieser oder jener der vier Kategorien, die hier skizziertwurden, zuzählen soll; sicher ist aber wohl dies, dafs bei jedemHandwerke der eine oder mehrere der angeführten Gründe als Er-klärung für den starken Zulauf jugendlicher Elemente wird dienenkönnen.

Was noch einer kurzen Erläuterung bedarf, ist die Leichtigkeit,mit denen es den Kleinmeistern gelingt, die grofse Mehrzahl der geradeihnen in die Netze gehenden jungen Leute nun auch wirklich als jugend-liche Arbeiter zu nutzen, auch wo sie als Lehrlinge figurieren. Die Er-klärung hiefür bietet die Stimmung der Eltern undV ormün derdieser Rekruten. Würde diesen daran gelegen sein, dafs ihre Kinderund Schutzbefohlenen in erster Linie eine tüchtige Ausbildung er-hielten, und würden sie die dazu erforderlichen Mittel in Form vonreichlichem Lehrgeld zur Verfügung stellen, so wären damit natur-gemäfs dem Verhalten der Meister ihren Lehrlingen gegenüber festereGrenzen gezogen. Dem ist aber nicht so. Die meisten Eltern undVormünder, die ihre Pfleglinge bei Kleinmeisternin die Lehregeben, wollen nicht nur nichts draufzahlen, sondern wünschen,dafs die jungen Leute so bald als möglichins Verdienen kommen;

1Das Druckereigewerbe, das einst in einem halben Dutzend Städtenkonzentriert war, hat sich heutzutage bis in die kleinsten Dörfer verbreitet,so dafs die grofse Mehrzahl der Druckereien aus winzigen Betrieben selbst-arbeitender Meister besteht sc. in Grofsbritannien! Webbs, Engl, ßewerkvereine 2, 14.