Geleitwort
XV
Teil eines solchen Zentrums hinzugetreten, wodurch die weltwirtschaft-lichen Beziehungen verwickelter geworden sind.
III.
Das größte Problem, das sich dem Erforscher des Wirtschafts-lebens entgegenstellt, ist dieses: in welchem Umfange und — soweites der Fall ist — aus welchem Grunde nähert sich die Wirklichkeitder Idee, für uns also: die Gestaltung des Wirtschaftslebens derEntwicklungsidee des Kapitalismus, da doch Wirklichkeit und Ideean sich nichts miteinander zu tun haben und jedenfalls in keinemKausalverhältnis zueinander stehen. Der vorliegende Band sucht dasProblem in dieser Weise zu lösen, daß er unter dreifachem Gesichts-punkte die Annäherung der Wirklichkeit an die Idee untersucht, undzwar wie folgt:
1. Gewisse Grundtatsachen der wirtschaftlichen Entwicklung habenwir als historisch-zufällige Gegebenheiten hinzunehmen. Daß diese inunsrer Epoche den Prämissen der Idee des Kapitalismus im weitemUmfange entsprechen, ist als der erste (und wohl wichtigste) Grunddafür anzusehen, daß sich die Entwicklung des Wirtschaftslebens inder Richtung bewegt, die die Idee des Kapitalismus aufweist: Menschen-art, Staatswesen, Technik. Ich nenne sie die Grundlagen.
2. Im Verlaufe der Entwicklung erfüllen sich die Bedingungen,von deren Gestaltung diese abhängt: sie können sie fördern oder hemmen.Es ist nun das Kennzeichen der abgelaufenen Zeitspanne, daß dieseEntwicklungsbedingungen sich in einer der Entfaltung kapitalistischenWesens optimalen Gestalt erfüllt haben. Teilweise, müssen wir sagen,zufällig: wie etwa die Goldproduktion, die Bevölkerungszunahme, dieErschließung jungfräulicher Gebiete; teilweise aber doch als Folgeder Entfaltung der primär wirkenden Kräfte, wie etwa die Steigerungder Produktivität, die Entfaltung des Kreditsystems, die Mobilisierungder Güterwelt. Was der Kapitalismus braucht, um sich voll zu ent-falten, ist dreierlei: Kapital, Arbeitskräfte, Absatz. Die Erfüllungdieser drei Bedingungskomplexe nenne ich bildhaft seinen Aufbau.
3. Der kapitalistische Prozeß selbst, indem er sich entfaltet, zwingtdie Entwicklung zwangsläufig in die Richtung, die seiner Idee gemäßist, indem er die Vorgänge des Wirtschaftslebens rationalisiert: wiedas geschieht und wie hierdurch eine gleichförmig-kapitalistischeGestaltung des Wirtschaftslebens bewirkt wird, zeige ich im36. Kapitel auf.