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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
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Geleitwort

Die Gliederung des vorliegenden Bandes läßt erkennen, daß die Er-örterung dieser drei Punkte den Inhalt der drei Hauptabschnittebildet.

Verglichen mit den ersten beiden Bänden ist dieser Band wohleinheitlicher in seinem Aufbau,. stärker mitTheorie durchsetzt,straffer in seiner Gedankenführung aus Gründen, die ich oben bereitsandeutete. Die Anlage aber ist dieselbe wie in dem ganzen Werk: dietheoretische und historische Betrachtung des Gegenstandes sind in-einander verwoben, ohne vermischt zu sein. Immer bleibt das Reichder Idee (und der ihr entsprechenden Begriffe) von dem der Wirk-lichkeit, bleiben Geist und Leben getrennter Behandlung unterworfen.Nichts schädlicher für die richtige Erfassung des Tatbestandes, wiedas fortgesetzte Wechseln von einer Ebene zur andern, wie das Ver-mischen der beiden. Seinssphären: jenes Verfahren, das den Erkenntnis-wert des großen Werkes von Karl Marx so stark mindert. Wasauf der höheren Ebene der metaphysischen Behandlung Notwendig-keit wird: die Verschmelzung der beiden Seinssphären bedeutet fürdie Lösung erfahrungswissenschaftlicher Aufgaben, wie die hier ge-steckte eine ist, eine peinliche Erschwerung.

IV.

Bisher war nur vom Kapitalismus und seiner Entwicklung dieRede. Um Mißverständnissen vorzubeugen, will ich noch kurz be-merken, daß das abgelaufene Zeitalter zwar als das Zeitalter des Hoch-kapitalismüs anzusehen ist, weil der Kapitalismus in ihm zur höchstenEntfaltung seines Wesens gelangte und das vorherrschende Wirt-schaftssystem war. Darum aber war es natürlich nicht das einzigeWirtschaftssystem, nach dem sich das Wirtschaftsleben in den ver-flossenen anderthalb Jahrhunderten gestaltet hat: selbstverständlichnicht in den kapitalistisch-peripheren Ländern, aber auch nicht in denLändern, in denen der Kapitalismus vorherrschte. Neben ihm hat dasHandwerk, hat das Bauerntum weiter bestanden und haben sich Wirt-schaftsgebilde entwickelt, die von einem neuen Geiste erfüllt undoffenbar berufen sind, in der Wirtschaft der Zukunft eine bedeutendeStellung einzunehmen: gemeinwirtschaftlich- genossenschaftliche Formender Wirtschaft.

Das Schicksal dieser nicht-kapitalistischen Wirtschaftssysteme imZeitalter des Hochkapitalismus mit derselben Gründlichkeit zu behandelnwie den Kapitalismus und sie selbst zum Teil in den früheren Wirt-