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Erster Abschnitt: Die treibenden Kräfte
Das einzige zuverlässige Ziffernmaterial, das wir besitzen, um diesewichtige Wandlung statistisch nachweisen zu können, ist meines Wissensdasjenige, das Chapman und Marquis in ihrem obengenannten Auf-satz zutage gefördert haben. Es bezieht sich auf die englische Textil-industrie und weist folgende Ergebnisse auf: Von 63 Unternehmernin der englischen Baumwollweberei, die bei einer Umfrage antworte-ten (von 80 befragten), gehörten 48 oder 76% der „ersten Generation“an. Unter erster Generation verstehen die Verfasser: „employers, mana-gers and others . . . who have themselves risen from the operativeclasses or from classes earning no more than operatives“. In einerIndustriestadt mit 100000 Einwohnern wurden 139 Unternehmer ermittelt,denen 93400 Webstühle gehörten; davon waren 88 oder 63% „ersteGeneration“;
diese Vertreter der ersten Generation besaßen 49% der Webstühle;andere Privatunternehmer „ 44 „ „ „
Aktiengesellschaften „ 7 ,, ,, ,,
In der Baumwollspinnerei, die im wesentlichen von Aktiengesell-schaften betrieben wird, lagen die Dinge wie folgt: bei der Befragungganzer Boards of Directors wurden 65 Direktoren befragt, von denen45 antworteten. Von diesen 45 gehörten 33 oder 73% zur „ersten Gene-ration“. Ferner wurden 65 mill managers, also geschäftsführende Direk-toren befragt. Von diesen antworteten wiederum 45, und von diesen 45waren 38 oder 84% Angehörige der „ersten Generation“.
Eine Spezialuntersuchung betraf 20 Baumwollspinnereien in einerBaumwollstadt. Hier gehörten der „ersten Generation“ an:
von den managing directors 13%
,, ,, managers (salary 200—800 £) 42 „
„ „ assistant managers (salary 100—150 £) 67 „
Aber auch der Augenschein läßt keinen Zweifel an der Richtigkeitunsrer Feststellung aufkommen und eine oberflächliche Erwägung machtdie Tatsache der Demokratisierung einleuchtend. Früher — das heißtwährend der ganzen frühkapitalistischen Periode — mußte der Unter-nehmer selbst reich sein oder er mußte der Sohn eines reichen Mannessein oder er mußte sich reichen Leuten verbinden. Sehr häufig also mußtesich der Fall ergeben, daß der eine Unternehmerfähigkeiten und kein Geld,der andere dieses aber keine Unternehmerfähigkeit oder keinen Unter-nehmerwillen besaß. Heute kann der reiche Mann sein Geld mit Leichtig-keit als Kapital verwenden, ohne selbst Unternehmer zu sein, derMittellose aber kann sich leichter Geld verschaffen. Die Wege, um denmittellosen Unternehmer in den Besitz des notwendigen Kapitals zusetzen, sind, wie man weiß, die Aktiengesellschaften und das Kredit-system, von denen noch ausführlich die Rede sein wird. Vor allem dasKreditsystem ist es, das die Ausübung der Unternehmertätigkeit