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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
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Zwölftes Kapitel: Die Verwertung des Kapitals 141

(2) die tatsächliche Trennung der Bevölkerung in Kapitalbesitzer,Unternehmer und besitzlose Nur-Arbeiter;

(3) die marktmäßige Verknüpfung der Wirtschaften, durch die derMehrwert realisiert wird und die naturalistische Bestimmung der Ein-kommensanteile durch die Preisbildung auf dem Markte.

Der Mehrwert erscheint dann völlig ungezwungen als der Ausdruckdes ökonomischen Machtverhältnisses (ein Begriff, der die scheinbarenGegensätzeMacht undökonomisches Gesetz in sich vereinigt)zwischen Lohnarbeiterklasse und Kapitalistenklasse bei frei sich ab-wickelndem Verkehr. Welchen Bedingungen die tatsächliche Gestaltungdes Mehrwerts unterworfen ist, ergibt sich aus folgenden Erwägungen.

II. Die Bildung des Mehrwerts

1. Um die Höhe des Mehrwerts wie irgend eines Anteils am ge-sellschaftlichen Einkommen zu bestimmen, das heißt zu bemessen,müssen wir die Einkommensgüter als reine Menge fassen, sie,die sich uns zunächst in der bunten Mannigfaltigkeit ihrer Gebrauchs-gütereigenschaft darstellen. Wir wissen, daß wir zu dieser reinen Mengenicht durch das physikalische Hilfsmittel des Wiegens gelangen, da essich selbstverständlich um eine ökonomische Größe handelt, die wirbestimmen wollen. Wir müssen uns aber auch überzeugen, daß etwaauf dem Wege der subjektiven Wertbemessung niemals eine objektivfaßbare und bestimmbare Quantität entstehen kann. Und müssenendlich einsehen, daß der Preisausdruck zwar die gewünschte öko-nomische Größe darstellt, uns aber deshalb nicht viel nützt, weil eruns keinen Zugang zu den Bestimmungsgründen unserer Menge ge-währt.

Immer noch erweist sich der viel begangene Weg, den uns die alteArbeitswerttheorie gewiesen hat, als derjenige, der am sicherstenzum Ziele führt. Man muß nur all die dunklen Vorstellungen, die sichmit dem WorteWert verbinden, abstreifen und das Problem inseiner großen Schlichtheit zu erfassen sich bemühen. Dann ergibt sichals der Sinn dieser Auffassung der: daß wir die wirtschaftlichen Güterals das Erzeugnis oder Ergebnis eines bestimmten, ebenfalls nur alsMenge gedachten Arbeitsaufwandes uns vorstellen. Daß die wirtschaft-lichen Güter die Naturbedingungen als gegeben angenommendas Erzeugnis der menschlichen Arbeit und nur dieser sind, ist eineTatsache, deren Feststellung heute nicht mehr als ein Gemeinplatzsein würde. Daß der gemachte Arbeitsaufwand eine (in Zeitlängen)