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Erster Abschnitt: Das Kapital
meßbare Größe sei, die sich in der erzeugten Gütermenge in ihrer Gänzeund in ihren Teilen darstelle, ist eine Fiktion, deren wir für dieLösung einer ganzen Reihe nationalökonomischer Probleme benötigen,wie zum Beispiel des hier zur Erörterung stehenden Problems der Größen-bemessung des Mehrwerts. Mit Hilfe der eben erwähnten Fiktion könnenwir nämlich folgende, uns zum Ziele führende Feststellungen machen:Der gesellschaftliche Gesamtarbeitsaufwand stellt eine in Arbeits-stunden meßbare Größe dar: in einem Lande wie Deutschland sind esetwa 40 Milliarden Arbeitsstunden jährlich. Diese Größe mag in alterAnhänglichkeit mit dem Namen „Wert“ (w) bezeichnet werden, ohnedaß damit irgendwelche geheimnisvollen Nebengedanken verknüpftwären. Dieser Gesamtarbeitsaufwand dient dazu: 1. die Einkommens-güter der Arbeiterklasse, 2. diejenigen der Kapitalistenklasse (ein-schließlich der Unternehmerklasse), 3. die zur Herstellung beider er-forderlichen Arbeitsmittel zu erzeugen („idealtypische“ Reinheit deskapitalistischen Produktionsverhältnisses selbstverständlich vorausge-setzt). Die dritte Gruppe der erzeugten Güter können wir anteilmäßigauf die beiden ersten aufrechnen, so daß sich nur zwei Gruppen vonGütern: die Einkommensgüter der beiden Klassen ergeben, die sich inden Gesamtarbeitsaufwand teilen. Wir wollen denjenigen Arbeitsauf-wand, der zur Erzeugung der Arbeitereinkommensgüter dient, a, den-jenigen, mittels dessen die Einkommensgüter der Kapitalistenklassehergestellt werden, m nennen. Dann ist
w = a + m
und: m = w — a.
2. Über die Bestimmungsgründe für die Höhe des Mehr-werts lassen sich folgende — und nur diese — Aussagen machen:
a) Die Höhe des Mehrwerts ist — unter sonst gleichen Umständen —abhängig von der Menge der insgesamt aufgewandten, gesellschaft-lichen Arbeit, also von der Größe von w.
Beispielsmäßig: =40 — 30 = 10
ra 2 = 50 — 30 = 20
b) Die Höhe des Mehrwerts wird — unter sonst gleichenUmständen —bestimmt durch das Anteilsverhältnis zwischen a und m.
Beispielsmäßig: m 1 — 40 — 30 = 10
m 2 = 40 — 20 = 20
c) Die Gütermasse, in der sich der Mehrwert darstellt, wird bestimmtdurch die Leistungsfähigkeit der Arbeit. Die Leistungsfähigkeit ihrer-seits ist abhängig von der Größe dreier Variablen: der Produktivität,