158
Erster Abschnitt: Das Kapital
der Ländereien war bebaut und an Landwirte oder Winzer verpachtet; anandern Stellen befanden sich große Wind- und Wassermühlen, Fischerei-betriebe, Bergwerke usw. Kurz, das Ganze entsprach einem Jahreseinkom-men von 80 Millionen, von welchen etwa 24 den Großfürsten zuflossen.Und dazu kamen noch die in Sibirien liegenden Privatgüter des Zaren mitihren großen Platin-, Gold-, Silber-, Kupfer- und Eisenbergwerken. Sierepräsentierten ein Einkommen von ungefähr 30 Millionen.
Unter den amerikanischen Grundrentenbeziehern ragen die Astor hervor.John Jac. Astor, der den Grund zu den Vermögen der Astor gelegt hat,kaufte in Wisconsin, Missouri, Jowa, vor allem aber auf Manhattan, demspäteren Weichbild New Yorks, große Flächen an. Auf Manhattan hat sichderen Wert seit den 1830 er und 1840 er Jahren bis heute etwa vertausend-facht. Bei seinem Tode (1848) hinterließ John Jacob ein Vermögen von20 Millionen $. Einer seiner Söhne, William B. Astor, starb (1875) mit einerHinterlassenschaft von 100 Millionen $: er war Eigentümer von mehr als700 Gebäuden in New York. Bis 1892 hatte sich das Astorsche Vermögendurch Neuankauf von Land und weiterer Steigerung der Grundrente auf225 Millionen $, bis 1912 auf 450 Millionen $ vergrößert. Andere großeVermögen in den Vereinigten Staaten, die aus Grundrentenakkumulationstammen, sind die der Goelet (auf Manhattan allein 200 Millionen $),der Rhinelander (100 Millionen $ auf Manhattan), der Schermerhorn(ebenfalls Manhattan), der Longworth (in Cincinatti 100 Millionen $), derMarshall Field und Leiter, der großen Warenhausbesitzer in Chicago .Die Ziffern bei Myers 1. c.
Eine sehr große Bedeutung für die Vermögensbildung in den Ver-einigten Staaten haben die Gewinne, die aus dem Verkauf der Wäldergemacht worden sind. Diese sind meist zu billigen Preisen erworben worden— die bekannten $ 1.25 für den acre ■—■ und zum großen Teil in die Händevon Spekulanten übergegangen, die das Holz im Laufe der Zeit heraus-schlagen. Die Waldgesellschaften sind überwiegend große Betriebe: dreivon ihnen verfügen über einen Holzbesitz von 237,5 Milliarden Fuß. Umwelche Beträge, die bei diesen Waldspekulationen gewonnen werden, essich handelt, erhellt aus folgender Aufstellung: In Anwendung des sog.„timber and stoneact“ von 1878 sind 12 Millionen acres Waldland (valuabletimberland) verkauft. Die Regierungen haben dafür 30 Millionen $ be-kommen. Der Verkaufspreis des Holzes hat 240 Millionen $ betragen. DerGewinn von mehr als 200 Millionen $ ist aber höchstens zu 1 % den Siedlernzugute gekommen. Der Rest ist von Aufkäufern eingestrichen, die sich(sehr gegen den Willen des Gesetzgebers) in den Besitz des Siedlerlandeszu setzen gewußt haben. Siehe den außerordentlich interessanten Berichtdes Bureau of Corporations über „The Lumber Industry. Part. I StandingTimber“. 1913. pag. 15f., 205 u. ö.
Ebenfalls hierher gehören die Riesenvermögen, die auf dem Umwegeüber die Effektenspekulation von den „Gründern“ der amerikanischen Eisenbahnen aus den Landschenkungen gemacht sind, die bei Aus-führung eines Bahnbaues als Subvention durch die Staaten üblich waren.Die Berechnungen der gesamten Landschenkungen, die den Eisenbahnen