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Erster Abschnitt: Das Kapital
Agrarprodukte (Nahrungsmittel und Kohstoffe) einführen, die Handels-bilanz (und häufig die Zahlungsbilanz) während der Herbstmonatestark passiv wird und die Notwendigkeit der Goldausfuhr entsteht.
2. Einfach läßt sich die Formel aufstellen für die Grenze, die derAusdehnimg des Übertragungskredits gesteckt ist. Da diesernämlich, wie wir gesehen haben, die Funktion hat, potentielles inaktuelles Kapital zu verwandeln, so kann er immer nur bis zur Höhedes potentiellen Kapitals gewährt werden: der Umfang der Sparbeträgeist die Grenze, die er niemals überschreiten kann. Wie aber steht es
3. mit dem Anweisungskredit, der in seiner Selbstherrlichkeitaller Schranken zu spotten scheint? Auch er ist natürlich erden-gebunden, wenn sich auch die Grenzen seiner Ausdehnungsfähigkeitnicht so ziffernmäßig angeben lassen, wie es beim Übertragungskreditder Fall ist.
Daß auch der Anweisungskredit, wie aller Kredit, die Grenzen ein-halten muß, die durch die Größe des Bargeldvorrates gezogen sind,haben wir bereits festgestellt. Im übrigen aber bildet für ihn die einzige— freilich sehr feste — Schranke: die Ausdehnungsfähigkeitder kapitalistischen Wirtschaft. Diese läßt sich
a) nach ihrer subjektiven Seite hin bezeichnen als die Leistungs-fähigkeit der kapitalistischen Unternehmer in intellektueller wie mo-ralischer Hinsicht; als „das technische und moralische Niveau derUnternehmer und überhaupt aller Wirtschaftssubjekte, auch die kon-krete Natur der neuen Unternehmungen“ (Schumpeter);
b) nach ihrer objektiven Seite hin wird die Ausdehnungsfähigkeitder kapitalistischen Wirtschaft bestimmt durch die Ausdehnungs-(Entwicklungs-)fähigkeit:
a) des Sachkapitals,
ß) der Arbeitskräfte,
y) des Absatzes.
Wie sich auf diesen drei Gebieten die Entwicklungsmöglichkeitentheoretisch gestalten und empirisch im Laufe der hochkapitalistischenEpoche gestaltet haben, darzustellen, ist die Aufgabe der nächstenAbschnitte.
Die Ausdehnungsfähigkeit der kapitalistischen Wirtschaft hängt aber
c) noch ab von dem glatten, reibungslosen Arbeiten der kapita-listischen Maschinerie, das heißt, von dem richtigen Ablauf des wirt-schaftlichen Prozesses, insbesondere von der Voraussetzung einer stetenProportionalität der Produktion, damit keine „Störungen“ entstehen.