Druckschrift 
3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
Seite
293
Einzelbild herunterladen
 

Achtzehntes Kapitel: Die Mobilisierung der Güterwelt

293

Umfang hat sich während der hochkapitalistischen Periode wie folgt aus-geweitet: Der Wert der in Einfuhr und Ausfuhr umgesetzten Werte (daßhier eine Doppelzählung vorliegt, verschlägt nichts, da uns nur dieSteigerung der Ziffern angeht) betrug Milliarden Mk.:

1800 etwa

2 (nach meiner Berechnung im zweiten Bande)

1830 . .

6,5

1850 . .

14,5

1870 . .

37,5

1890 . .

61

1900 . .

79

1905 . .

101

1912 . .

169.

Die Verkehrsmittel wirkten als Marktbildner, indem sie

b) eine sehr beträchtliche Nachfrage nach Baumaterialien im Innernder Länder schufen, die sich

c) auf dem Wege der Anleihen auf die auswärtigen Länder erstreckte.

Über beide Vorgänge wird im dritten Abschnitt dieses Haupt-abschnittes ausführlich berichtet werden.

2. DieVerkehrsmittel wirkten als Sprengstoff bei dem Auseinander-treiben der alten Gesellschaftsstruktur und insbesondere Wirtschafts-verfassung.

Diese Wirkung vollbrachten sie, indem sie

a) die alte Eigenwirtschaft, die Dorf- und Gutsverfassung undgrößtenteils das Handwerk zur Auflösung brachten,

b) die Bevölkerungsumschichtung ermöglichten,

c) die Produktionsstandorte verschieben halfen.

Auch darüber kann ich hier noch nicht ausführlicher sprechen, undich muß den Leser auf die Darstellung im folgenden Abschnitte verweisen.

3. Den modernen Verkehrsmitteln verdankt es der Kapitalismus,wenn er in den Besitz des für seine Ausweitung nötigen Sachkapitalsgelangte. Das ist ja diejenige Wirkung, die uns an dieser Stelle in ersterLinie interessiert. Wie es den modernen Verkehrsmitteln gelang, dieseentscheidende Wirkung auszuüben, werden wir verstehen, wenn wirdie ganz einzigartige Lage, in die die Gütererzeugung während des19. Jahrhunderts versetzt worden war, und die ich ausführlich im vorigenKapitel geschildert habe, in Berücksichtigung ziehen. Wir müssen ein-sehen, daß dieser Sonderzustand der Produktion nur ermöglicht wordenist durch die Revolutionierung der Transportmittel, und daß diese mitder Umstellung und Eigentümlichkeit der Produktion zusammen einen