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Erster Abschnitt: Das Kapital
einheitlichen Wirkungskomplex bildet, der erst die Möglichkeit schuf,den Kapitalismus in der reichlichen Weise, wie es geschehen ist, mitSachkapital zu versorgen.
Es gilt hier nun, die bereits gewonnenen Einsichten zusammen-zustellen und sinnhaft zu ordnen. Dann ergibt sich das Folgende:
a) Ganz allgemein haben die Verkehrsmittel dazu beigetragen, dieArbeitsproduktivität zu steigern dadurch, daß sie die Produktion anden Ort der höchsten Ergiebigkeit zu verlegen gestatteten.
Das gilt vor allem für die land- und forstwirtschaftlichen Er-zeugnisse des Bodens und ihre Verschiebung untereinander.
Ein Schulbeispiel zur Verdeutlichung dieses Vorgangs bietet Ägypten .Hier hat die Erzeugung von Baumwolle in den letzten Jahrzehnten beträcht-lich zugenommen.
Gleichzeitig ist aber eine Unterproduktion an Lebensmitteln einge-treten, so daß Lebensmittel eingeführt werden mußten.
Mehl (von Getreide und Mais):
1905: 121422037 kg1907: 140680720 „
1909: 170381459 „
Getreide:
1890 für 762934 ägyptische Pfund1900 „ 15320001906 „ 3000000
De Chambert, La condition du fellah egyptien, p. 70—73; zitiert beiG. Martin, 114.
Die Verbilligung der Transportkosten hat bewirkt, daß die Erzeugungder Rohstoffe an dem günstigsten Produktionsorte stattfinden kann.
Die Verschiebung der Produktion an den optimalen Standort hatsich aber ebenso innerhalb der Stoffverarbeitung vollzogen und kannnicht im einzelnen dargestellt werden.
Ich verweise auf die von Alfred Weber angeregten und heraus-gegebenen Studien über die Veränderungen des Standortes verschiedenerIndustrien.
Die durch die Entwicklung der Transporttechnik ermöglichte Ver-schiebung der Produktion hat aber erst ihre überragende Bedeutunggewonnen dadurch, daß eine irdische Aufteilung der Produktionsgebietein „Agrar-“ und „Industrie“ ‘länder stattgefunden hat. Oder, wie ich eslieber ausdrücke: in Bodenländer, das heißt solche Länder, die einenÜberschuß an Boden haben und von diesem an andere abgeben können,und Arbeitsländer, das heißt solche Länder, die mehr Arbeitskräftehaben, als ihrer Bodenfläche entspricht, und die deshalb genötigt sind,sich fremde Bodenerzeugnisse zu verschaffen, um leben zu können.