Achtzehntes Kapitel: Die Mobilisierung der Güterwelt
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Demgegenüber steht eine Mehreinfuhr von:
1893: 310333000 Mk.
1913: 807925000 „
A. a. 0., Seite 41.
Dabei ist eine Preissteigerung von etwa 50% zu berücksichtigen.Diese Mehreinfuhr betrug vom Gesamtbedarf:
1893: 8,1%
1913: 10,3%.
Deutschlands Bedarf an ausländischen Fetten insbesondere wird durchfolgende Ziffern ausgedrückt: die Reineinfuhr betrug:
Zusammen: 2077,6
Ausfuhr an eingedickter Milch8,3 Mill. kg rund.24,1
oder etwa 9°/ 0 der eigenen Erzeugung.
Art Milchwirtschaft (W. v. A11 r o c k) im HSt VI 4 , 577.
Diese Ziffern stimmen ungefähr überein mit den BerechnungenKuczynskis, wonach im Jahre 1912/13 etwa 10% der im Inlande er-zeugten Kalorien der menschlichen Nahrung durch Zuschuß vom Aus-lande beschafft wurden. R. Kuczynski , Unsere bisherige und unserekünftige Ernährung im Kriege (1915), 2.
An Futtermitteln betrug die Mehreinfuhr nach Deutschland:
1893: 31294500 dz1913: 75182000 „
Die dafür benötigte Fläche betrug:
1893: 2695000 ha1913: 5325000 „
Von der in Deutschland dafür verwandten Fläche sind das:
1893: 11,4%
1913: 16,5%
A. Schulte im Hofe, a. a. O., Seite 61.
Viel beträchtlicher als bei der Nahrungsmittel- und Futtermittel-erzeugung ist die Hereinnahme fremden Bodens bei der Deckung desBedarfs an Rohstoffen für die gewerbliche Produktion.
Daß die Holzeinfuhr Deutschlands vor dem Kriege nur hätte durchEigenproduktion ausgeschaltet werden können, wenn der Waldbestandetwa verdoppelt worden wäre, habe ich oben schon dargetan.
Von den Textilrohstoffen ist Deutschland für die Verwendung vonSeide, Jute und Baumwolle völlig auf die fremden Böden angewiesen-Wieviel Hektar das für Baumwolle sind, läßt sich ungefähr berechnen,