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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
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Dreiundzwanzigstes Kapitel: Die freie Zuschußbevölkerung 341

des Staates noch bis 1861 sich vermehrten, in den westlichen Provinzenund Schlesien seit 1831, bzw. 1837 schon ein Rückgang zu bemerken. Esbetrug nämlich die Zahl der für Leinwand gehenden Stühle in:

1837

1861

Schlesien .

. 11620

7936

Sachsen .

. 13503

9022

Westfalen.

. 26900

18369

Rheinland .

. 12974

11162

Eine Tendenz, die wir uns natürlich fortwirkend denken müssen.

Beziehen sich diese Ziffern sowohl auf die hausindustrielle wie auf diehausgewerbliche Weberei, so können wir aus der Berufs- und Gewerbe-statistik wenigstens für die Zeit nach 1882 den Rückgang der eigentlichhausindustriellen Tätigkeit auf dem Lande für sämtlicheGewerbe genau verfolgen. Die im folgenden zusammengestellten Ziffernbetreffen Hausindustrien, die ihren Sitz fast ausschließlich auf demplatten Lande hatten und in der Regel in Verbindung mit einerkleinen Landwirtschaft betrieben wurden, deren Verschwinden also einWegfall gewerblicher Nebenbeschäftigung bedeutet.

Gewerbearten

Abnahme von1882-1895

Abnahme von18951907

Betriebe

um

Personen-zahl um

Betriebe

um

Personen-zahl um

Zeugschmiede, Scherenschleifer,

. Feilenhauer.

2 006

4044

1270

2 465

Seiden- und Shoddyspinnerei .

2 037

2 922

998

1451

Baumwollspinnerei.

4 067

3 645

1056

925

Seidenweberei ........

20 000

34 381

6 938

5 392

Leinenweberei.

10 660

14 667

11387

12 075

Baumwollenweberei.

18 859

19 089

11729

11850

Wollweberei.

645

4072

10107

14 066

Weberei von gemischten Waren

5 811

4 895

7 082

9 026

Strickerei und Wirkerei . . .

7 026

12 768

2 992

5 693

4118

4 301

68 461

96 411

57 675

67 244

Von 18821907 haben abgenommen: Betriebe um 126136, Personenzahlum 163655.

Noch bedeutsamer vielleicht fürdieLebensbedingungenderländlichenBe-völkerung war die Verschiebung des Standortes, den dieGroßindustriewährend des 19. Jahrhunderts erfahren hat. Hier handelt es sich vor allemum die örtliche Zentralisation der Montanindustrie, die mit dem Über-gang zum Koksverfahren sich ja mehr und mehr um die Kohlenbergwerkeherumgelagert hat. Die Statistik ergibt, daß auf die Provinzen Schlesien, Westfalen und Rheinland von der Gesamtzahl der in der Eisenindustrie(ausschließlich dem Erzbergbau) beschäftigten Personen entfielenim Durchschnitt der Jahre 18481857 . . 69%

1895 .. . .. 95%.