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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
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Fiinfundzwanzigstes Kapitel: Die örtliche Anpassung

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Industriebezirks noch beschleunigt wurde. Die Polen vermehrten sich indiesem Gebiet

von 28391 im Jahre 1890auf 247028 1910

Auf den Werken des Allgemeinen Knappschaftsvereins in Bochum waren (1907) beschäftigt:

351532 Arbeiter insgesamt, davon31875 Ausländer

130079 Arbeiter aus den östlichen Provinzen, darunter

85000 Polen .

Von 18931908 stieg

die Gesamtbelegschaft.um 128%

die Zahl der Arbeiter aus den östlichen Provinzen.,, 231%

die Zahl der Ausländer. 750%

Vgl. Dr. Broesicke, Die Binnenwanderungen im preußischen Staata. a. O.

3. Die Stadt

Hier soll nicht nur die Bedeutung der Stadt für die Entwicklungdes Hochkapitalismus, sondern das Problem der Städtebildung indieser Zeitspanne ganz allgemein abgehandelt, also auch die Frage auf-geworfen werden nach den Typen der hochkapitalistischen Städte,nach ihrem Entstehungsgrunde und ihren Daseinsbedingungen.

Die Untersuchung wird geführt an der Hand meiner Städtetheorie,die dem Leser der früheren Bände dieses Werkes bekannt ist (sieheBd. I S. 124ff.) und die, wie sich immer mehr herausstellt, die ein-zige Handhabe bietet, den Tatsachenstoff sinnvoll zu ordnen.

a. Die Typen der lioclikapitalistisclien Stadt

So vieles sich auch im Zeitalter des Hochkapitalismus im Städte-wesen geändert hat (die größte Änderung ist, wie wir sahen, die Aus-dehnung und Verallgemeinerung der städtischen Siedlungsweise): dieGrundtypen der Stadt im ökonomischen Sinne, die hier immer alleinin Frage steht, sind dieselben geblieben, wie sie im Zeitalter des Früh-kapitalismus, ja selbst des Mittelalters waren. Wir konnten deren zujeder Zeit der europäischen Geschichte (seit es überhaupt Städte gibt)zwei nebst einer Mischform unterscheiden: Konsumtionsstädte, indenen Überschüsse der Urproduktion ohne eigene im wirtschaftlichenVerstände produktive Leistung herbeigezogen werden konnten, Pro-duktionsstädte, in denen wirtschaftlich produktive Leistungen derStädter zum Eintausch jener Überschüsse genutzt und eben Kon-sumtions-Produktionsstädte, in denen diese beiden Mittel zur Be-