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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
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Zweiter Abschnitt: Die Arbeitskräfte

Schaffung der für das Dasein der Städtebewohner notwendigen Über-schüsse angewandt wurden.

6* Die verschiedenen Einzeltypen der Städte ergaben sich dann (undergeben sich immer) durch die verschiedenen Möglichkeiten, über die,sei es die Konsumenten, sei es die Produzenten als primäre Städte-bildner oder Städtegründer verfügen, um sich in den Besitz des not-wendigen Lebensunterhaltes zu setzen.

Ich vereinfache das Schema der Städtetypen im Zeitalter des Hoch-kapitalismus, indem ich drei Haupttypen hervorhebe: die Handels-und Verkehrsstadt, die Industriestadt und dieGroßstadt .

a. Die Handels- und Verkehrsstadt

Von den drei Typen der frühkapitalistischen Handelsstadt (sieheBd. II S. 582ff.) ist entsprechend der später zu besprechendenUmwandlung der Handelsorganisation vor allem der dritte Typus:der Dispositionsplatz, wie ich ihn genannt habe, in der modernen Zeitzur Entwicklung gelangt: es sind diejenigen Städte, die vornehmlichvom Handels p r o f i t leben. Diese haben einen größeren Umfangeinnehmen können in dem Maße, als die Mobilisierbarkeit und somitMobilisierung der Güterwelt fortgeschritten ist (siehe das 18. Kapiteldieses Bandes). Zu der Quelle des Handelsprofits treten dann auch inunserer Zeit die übrigen Einnahmequellen, die die Tätigkeit des Waren-umsatzes erschließt: Handelshilfsgeschäfte, Kontorarbeit, Spedition usw.

Während es die Organisation des modernen Landverkehrs mit sichbringt, daß dessen Träger sich über das ganze Land zerstreuen und alsStädtebildner schwer zu erfassen sind: von dem Hauptverkehrs-mittel, den Eisenbahnen, wohnt das Personal an Orten ganz verschiede-ner Art, und der Betriebsüberschuß wird dort, wo die Eisenbahnenverstaatlicht sind, in Gestalt von Beamtengehältern oder anderweitenZuwendungendes Staates ebenfalls an wer weiß welchem Orte verzehrt,befinden sich die Anstalten für den Schiffsverkehr, sei es des Binnen-,sei es des Seeschiffsverkehrs, häufig an bestimmten Plätzen, und zwarmeist in größeren Handelsplätzen, vereinigt, wodurch dann die Ver-kehrs- oder die Verkehrs- und Handelsstädte entstehen. Beispieleetwa Liverpool, Marseille, Hamburg im großen Stil. Aber auch kleinereStädte dieses Typs gibt es natürlich.

Ausgesprochene Handelsstädte (die Seestädte: Handels- u n d Verkehrs-städte) sind in Deutschland von den großen Städten die Hansastädtenebst Altona und etwa Franfurt a. M. mit einem Anteil der Erwerbs-