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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
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.Fünfundzwanzigstes Kapitel: Die örtliche Anpassung

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fundene Rohmaterialien in ihrem Produktionsprozeß vereinigen (derwichtige Hauptfall ist die Ansiedlung der Eisenindustrie in der Näheder Kohlen und Eisenerze, aber auch die Tonindustrie [Staffordshire!]wo Ton und Kohle nebeneinander ruhen, gehört hierher).

(c) die Entstehung von Supplementärindustrien, wie ich jene In-dustriezweige zu nennen vorschlage, die eine bestehende Industriegleichsam ergänzen durch Nutzung der von dieser vernachlässigtenElemente. Hauptfall: die Niederlassung von Weiberindustrien (Spinne-rei, Weberei) neben Männerindustrien (Bergbau, Montan- und andereIndustrien).

(Über alle diese Dinge wird noch ausführlich zu handeln sein, wodie Betriebsgestaltung zur Darstellung gelangt. Siehe den dritten Ab-schnitt des dritten Hauptabschnittes.)

Endlich muß man den letzten wichtigen Umstand in Betracht ziehen,um die städtebildende Kraft der modernen Industrie einzusehen:das ist die in allen solcherart zusammengeführten Industriezweigenbewirkte rasche Steigerung der Produktion, wie sie als eine notwendigeFolge nicht nur der ökonomischen Entwicklung (Expansionsbedürfnisdes Kapitals), sondern auch bestimmter Verschiebungen in der Ge-staltung unseres Bedarfs sich einstellen muß. Die wichtigsten dieser,auf die Vermehrung der Industriebevölkerung hindrängenden Momentesind aber folgende:

(1) die noch immer fortschreitende Verdrängung der längst nochnicht verschwundenen hausgewerblichen Eigenproduktion;

(2) die zunehmenden Ansprüche an den Komfort des Lebens, dieim wesentlichen nur durch Ausdehnung der gewerblichen Produktionbefriedigt werden können;

(3) der im achten Kapitel dieses Bandes (S. 97 f.) geschildertewachsende Verzicht auf den Organisierungsprozeß der Natur, wodurchimmer größere Gebiete unserer Gesamtproduktion der gewerblichenArbeit zugewiesen werden.

Was auf diese Weise entsteht, ist die reine oder, wie wir mit Rück-sicht auf die Entstehungsart auch sagen können, primäre Industrie-stadt.

In ihr nehmen die Erwerbstätigen der Abteilung B (Industrie)naturgemäß den breitesten Raum ein. Leider besitzen wir für kleineund mittlere Industriestädte keine zuverlässige Statistik, um denAnteil der in der Industrie beschäftigten Personen an der Gesamtzahlder Erwerbstätigen genau feststellen zu können. Ich bin sicher, daß er

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