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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
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Zweiter Abschnitt: Die Arbeitskräfte

Werkslehrlinge in einigen größeren Fortbildungsschulen festgestellt wurden.Danach waren in der Metallindustrie beschäftigt:

Ort

in der Fabrik

im Handwerk

Berlin .

. . 4000

2600

Danzig .

. . 437

527

Magdeburg ....

. . 998

750

Frankfurt a. M. . .

. . 698

466

Duisburg.

. . 790

361

München .

. . 815

1975

Abhandlungen und Berichte für technisches Schulwesen 3, 27.

Zufälligkeiten sind auch bei diesen Ziffern nicht ausgeschlossen, dochdrücken sie wohl richtig die Zunahmetendenz der Fabriklehrlinge aus.

In der Gegenwart hat sich der Anteil der Großbetriebe an der Lehrlings-ausbildung noch mehr gehoben. In dem Verein deutscher Maschinenbau-anstalten kamen nach der Zusammenstellung Rechs auf je 100 Arbeiter in

Betrieben

von 150 Beschäftigten

31,5 Lehrlinge

3 3

51-100

33

23,1

33

101-250

33

22,4

33

251-500

33

18,2

33

über 500

33

10,6

3 )

3000

33

8,6

Immerhin bildet auch jetzt noch der Kleinbetrieb verhältnismäßigmehr Lehrlinge aus als der Großbetrieb. Aber in diesem ist doch die Anzahlder Lehrlinge beträchtlich gestiegen. Das heißt: er kümmert sich mehrum die Ausbildung des Nachwuchses, wie im folgenden noch mit einigenWorten nachgewiesen werden soll.

3. Der Unternehmer selbst hatte sich von jeher umAn-lernung seiner Spezialisten kümmern müssen. Allmählich hat sichdiese Tätigkeit in allen Werken zu einem wohlgeordneten System aus-gebildet. Dann aber hat er sich auch, wie die eben mitgeteilten Ziffernerweisen, in wachsendem Umfange dem Problem der Aufzucht ge-schulter Arbeiter zugewandt, in dem Maße, wie mit der fort-schreitenden Revolutionierung des Arbeitsprozesses die Ausbildung imHandwerk qualitativ wie quantitativ immer unzulänglicher wurde.

Die Zahl der Werke nimmt unausgesetzt zu, die Lehrlinge einstellenund diese in sachgemäßer Weise einen regelmäßigen Lehrgang durch-machen lassen. Ebenso vermehrt sich die Zahl der Werke, die eigeneWerkschulen und Lehrlingswerkstätten eingerichtet haben, in denend_ie theoretische und die praktische Unterweisung erfolgt. EinzelneVerbände industrieller Unternehmungen haben Musterlehrverträgeherausgegeben, wie der Verband der Berliner Metallindustriellen, derVerein deutscher Maschinenbauanstalten oder der ArbeitgeberverbandSchweizerischer Maschinen- und Metallindustrieller.