576 Zweiter Abschnitt: Die Bewegungsformen des wirtschaftlichen Prozesses
Einkommen, sondern aus dem Vermögen der Gesellschaft stammen,deshalb aber jederzeit in beliebiger Menge herbeigeschafft werdenkönnen. Das gilt vor allem für die Herkunft der anorganischen Ur-stoffe — Kohle, Erze, Kalk, Ton, Steine —, aus denen im wesentlichendie Aufschwungsgüter aufgebaut werden. Es gilt aber auch in be-grenzterem Umfange für denjenigen Werk- oder Hilfsstoff, den auchdie sonst anorganischen Dauergüter bei ihrer eigenen Herstellung oderbei der Herstellung ihrer Produktionsmittel nicht ganz entbehrenkönnen: das Holz, da dieses, wie wir wissen, während der hochkapita-listischen Epoche ebenfalls großenteils den vorhandenen Beständenentnommen wird. Die Entwicklung der Verkehrsmittel ist eine weitereVoraussetzung für die rasche Ausweitungsmöglichkeit dieser Industrien,soweit sie an die Beschaffung des Sachkapitals gebunden ist.
Man begreift nun auch, wenn man diese sachliche Grundlage derplötzlichen Industrieausweitung erkannt hat, warum es vor dem 19. Jahr-hundert keine Expansionskonjunktur geben konnte.
Aber es konnte sie auch deshalb früher nicht geben, weil die dritteBedingung ihrer Entstehung noch nicht erfüllt war: die rascheVermehrbarkeit der Lohnarbeiterschaft. Diese aberist bewirkt worden durch eine Reihe von Umständen, die wir alleebenfalls kennen. Zunächst nämlich durch die Umstellung des Arbeits-prozesses, die gerade wiederum im Bereiche der Aufschwungsindustriein weitestem Umfange die Verwendung ungelernter und angelernterArbeitskräfte möglich gemacht hat. Wichtige Zweige der Produktions-mittelindustrie, wie der Kohlen- und Erzbergbau, die Eisengewinnung,die Erzeugung von Zement und Ziegeln, das Fällen der Bäume sindvon vornherein solche gewesen, die vorwiegend ungelernte Arbeiterbeschäftigt haben. Nun ist' aber natürlich — unter sonst gleichen Um-ständen — die Zahl der Ungelernten und Angelernten rascher ver-mehrbar als die der geschulten Arbeiter. Kommt dazu, daß, wie wirwissen, im allgemeinen der Zustrom von Arbeitskräften während derhochkapitalistischen Epoche immer reichlicher geworden ist. Teilswegen des Anwachsens der Zuschußbevölkerung, teils wegen der Zu-nahme der Überschußbevölkerung. Die Beweglichkeit der Arbeits-kräfte, wie sie die Vervollkommnung der Verkehrsmittel bewirkt hat,ermöglicht es, die Arbeiterschaft an einzelnen Stellen plötzlich zu ver-mehren, indem man sie von verschiedenen Punkten heranzieht. Daletzten Endes aller Aufschwung, das heißt also alle plötzliche Aus-weitung des Wirtschaftskörpers nichts anderes bedeutet als Mehr-