Druckschrift 
3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
Entstehung
Seite
618
Einzelbild herunterladen
 

018 Dritter A schnitt: Die Gestaltung d. wirtsehaftl. Prozesses i. d. Geschichte

schiffe!) entstanden ist; andererseits aus der uns ebenfalls bekanntenVervollkommnung des Produktionsprozesses, der, wie wir wissen,immer mehrauf Umwegen erfolgt, eine Wirkung der modernenTechnik (siehe oben Seite 123). DieserUmweg bedeutet, daß großeAnlagen gemacht werden, ein großes Maschinen- und Apparate-system geschaffen wird, dasfixe Kapital an Umfang verhältnis-mäßig wächst; je tiefer die Produktionsstufe, desto größer der Anteildes fixen Kapitals am Gesamtkapital; er steigt (Verhältnis zum Arbeits-lohn) auf 10 : 1 im Steinkohlenbergbau, 12 : 1 in der Bleiraffinerie usw.

Zu diesen in der modernen Technik gelegenen Gründen der Zu-nahme des Bedarfs an Arbeitsmitteln kommt noch ein besondererGrund, der aus einer anderen Bedarfsverschiebung folgt, das ist2. der zunehmende Bedarf an Grobwaren.

Grobwaren, das heißt minderwertige Güter, Massenbedarfsartikel,bedürfen nämlich zu ihrer Erzeugung eines verhältnismäßig größerenAufwandes von Arbeitsmitteln als hochwertige Feinwaren. Aus demsehr naheliegenden Grunde, weil ihre Herstellung mehr auf maschi-nellem Wege unter Ausschaltung der Handarbeit erfolgt.

Nach dem amerikanischen Zensus ergibt sich (1905) das fixe Kapitalzu den Arbeitslöhnen in einer Beihe von Luxusartikelindustrien einer-seits, von Massengebrauchsartikelindustrien andererseits wie folgt:Künstliche Blumen und Federn 1,84:1 Schreibwaren. . . .8,70:1

Bronzewaren.2,75 :1 Baumwollerzeugnisse 6,37:1

kostbare Teppiche.1,63:1 einfache Teppiche. . 4,36:1

Pelzwerk.1,70:1 Wollwaren.5,00:1

Nach den Zusammenstellungen bei P. Maß low, Die Theorie derVolkswirtschaft (1912), 216.

Wenn ich nun eine Zunahme des Grobbedarfs behaupte, so kanndas einen dreifachen Sinn haben. Es kann erstens die absolute Zunahmebedeuten, die selbstverständlich ist und hier nicht in Betracht kommt;zweitens die verhältnismäßige Zunahme, verhältnismäßig zur Gesamt-menge der erzeugten Güter. Ob eine solche Zunahme also des Anteilsdes Grobbedarfs am Gesamtbedarf besteht, ist fraglich und nicht fest-stellbar (da bei der internationalen Verflechtung des Wirtschaftslebensauch die Einkommenstatistik eines Landes keinen Aufschluß gibt,noch viel weniger natürlich das uns bekannte Verhältnis, in demArbeitslohn und Mehrwert zueinander gestiegen sind, da jadie drittenPersonen bei dem Gesamtgüterbedarf selbstverständlich mit berück-sichtigt werden müssen). Aber es bedarf auch keines Entscheids in derFrage nach dem Verhältnis des Grobbedarfs zum Gesamtbedarf, da