(564 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtschaftl. Prozesses i. d, Geschichte
Stückgüter oder einheitliche Durchfrachtkonossemente für Massengüterausgegeben. Damit gelangt die Ware mit einer einzigen Frachturkundezu einem feststehenden Satze aus dem Innern des Produktionslandesüber Land und See und Fluß bis an den Bestimmungsort.
Wiederum sind die Vorteile, die diese Typisierung der Vertrags-bedingungen dem Unternehmer bietet, augenscheinlich: Vereinfachung,Vereinheitlichung, dadurch Verbilligung, Beschleunigung des Kapital-umschlags und — vor allem — Ermöglichung einer sicheren Kalku-lation. Man bedenke, von wieviel Scherereien und Ungewißheitenallein die Cif-Klausel, mittels der der Preis einschließlich der Kostenfür Verladung, Seefracht und Versicherung frei im Ankunftshafen ineiner sicheren Währung festgesetzt wird, den Besteller befreit! Erbraucht sich nicht um die Frachtkosten zu Wasser und Lande, nicht umdie ihm unbekannten Quaispesen und Speditionsgebühren, nicht umdie Schwankungen der fremden Valuta zu kümmern.
Die höchste Stufe der Versachlichung stellt dar:
3. Das Termingeschäft im engeren Sinne, worunter wirverstehen ein börsenusancemäßiges Lieferungsgeschäft, bei dem demBelieben der Vertragschließenden entzogen sind: die Bestimmungenüber Quantität, die nur in bestimmten Mengen und deren Vielfachen(,,Schluß“) festgesetzt werden kann, über Qualität, die durch bestimmteTypen („Terminware“) dargestellt wird und über Lieferzeit, die nurder Monat (frühestens der erste, spätestens der letzte Tag des Monats)sein kann.
Wieweit der Terminhandel dem effektiven Handel dient, und ober eine und, wenn ja, welche Funktion er im Organismus der kapita-listischen Wirtschaft erfüllt, ist eine vielerörterte und bis heute nochnicht einwandfrei beantwortete Frage. Sicher ist, daß seine Bedeutungdarin besteht, die „Spekulation“ zu ermöglichen, das heißt hier das-jenige Geschäft, das nicht abgeschlossen wird, um die Ware „effektiv“zu kaufen, sondern nur, um an der Preisdifferenz zu gewinnen. Mitdieser Feststellung ist aber noch nicht allzuviel gewonnen. Denn es fragtsich nun weiter, ob die Spekulation eine Funktion zu erfüllen hat undim Bejahungsfälle welche.
Sicher ist wohl dieses, daß die Spekulation (in Waren und auch inEffekten) zu einem sehr beträchtlichen Teile keine wirtschaftlich-produktive Funktion erfüllt, sondern ausschließlich dem SpieltriebGenüge tut. Aber ebenso unbestreitbar scheint mir die Tatsache zusein, daß ein anderer Teil der Spekulationsgeschäfte — wenigstens an