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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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672 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtschaftl. Prozesses i. d. Geschichte

wertigen Arbeiterkategorien bandelt. Sie bedeutet aber eine großeFörderung der kapitalistischen Interessen, wo sie sich auf die Aus-gleichung der Lohnsätze innerhalb derselben Aibeitsart bezieht;hier wird der einzelne Arbeiter durch sie vertretbar gemacht.

Ebenso kommen dem Kapitalismus zugute die Ausgleichungen,die der Arbeitslohn in räumlicher wie zeitlicher Hinsicht erfährt.Räumlich findet eine Nivellierung statt durch die Entwicklung derArbeitsnachweise, den Austausch der Arbeiter, die Wanderungen usw.Zeitlich wiederum durch die Einführung der Tarifverträge, soferndurch diese die Lohnsätze immerhin für einige Zeit gebunden werden.Auch die Lohnpolitik der Gewerkschaften sorgt für eine gleichmäßigereGestaltung der Löhne über einen längeren Zeitraum und wirkt ganzähnlich wie die Preispolitik der Kartelle auf die Warenpreise.

Beispielsmäßig betrugen nach der amtlichen Statistik die Arbeitslöhnefür Bergarbeiter im Oberbergamtsbezirk Dortmund auf eine Schicht durch-

schnittlich in Mark:

1871 . 3,00 1901 4,98

1872 . 4,50 1902 4,57

1873 . 5,00 1903 4,64

1874 . 4,00 1904 4,78

1875 . 3,80 1905 4,84

1876 . 3,00 1906 5,29

1877 . 2,56 1907 5,98

1878 . 2,66 1908 5,86

1879 . 2,55 1909 5,33

1880 . 2,70 1910 5,37

Im ersten Jahrzehnt verhält sich der höchste zum niedrigsten Jahres-durchschnittslohn wie 100 zu 196,5, im zweiten wie 100 zu 130,8.

III. Auf dem Warenmärkte

1. Auch für die vertretbaren Waren bildet sich ein Börsenpreis;die Mechanisierung der Preisbildung vollzieht sich hier also in der-selben Weise, wie wir es bei der Preisbildung auf dem Kapitalmarktbeobachtet haben.

2. Von großer Bedeutung für die Bildung der Warenpreise ist ihreFestsetzung außerhalb des Vorganges des einzelnen Kaufes, jenerProzeß, den ich die Schematisierung, Fixierung oder Objekti-vierung der Preise nannte, den ich bei einer besonderen Gelegenheiteinmal auch als Taxametrisierung bezeichnet habe, obwohl keines derWorte völlig dem Sinne gerecht wird. Die entscheidende Tatsache,um die es sich handelt, ist, wie ich schon sagte, die, daß der Preis bereitsfeststeht, wenn der Kaufvertrag abgeschlossen ist, und zwar un-