Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
12
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12 Beyträge zur .Historie,,d Aufnahme des Theaters.

cinc »iicndlichc Arbeit seyn, wenn ich alle die Lobeserhebungensammeln wollte, die man ihm deswegen gegeben hat. SeineScherze haben ihm nicht mindern Beyfall erworben. Cicero ")stellet sie den Scherzen der alten Attischen Eomödic, und der So-cratischcn Wcltwcisen gleich. Der h. Hicronymus ergötzte sichdaran, wenn er in vielen Nachtwachen aus Rcuc über seinebegangnen Sünden herzliche und bußfertige Thränen vergossenhatte'). Man mag hierüber schelten oder spotte», wie man will,ich sehe weder was unbegreifliches, noch viclwcnigcr wasvcrdammlichcs darinnen. Darf denn ein Christ keine Erholunggenießen? Ist es denn ein so großer Widerspruch das Lasterverlachen, und das Laster beweinen? Ich sollte vielmehr glau-ben, daß man beydes zugleich sehr wohl thun könne. Entwe-der man betrachtet das Laster als etwas das unsrer unanstän-dig ist, das uns geringer macht, das uns in unzählige widcr-sinnische Ncrgchungcn fallen läßt: oder man betrachtet cS, alsetwas, das wider unsre Pflicht ist, das den Zorn Gottes er-regt, und uns also nothwendig unglücklich machen muß. Zmersten Falle muß man darüber lachen, in dem andern wird mansich darüber betrüben. Iu jenem giebt ein Lustspiel, zu diesemdie heilige Schrift die beste Gelegenheit. Wer seine Laster nurbeständig beweint und sie niemals verlacht, von dessen Abscheudargcgcn kann ich mir in der That keinen allzugutcn Begriffmachen. Er beweint sie nur vielleicht aus Furcht, es möchte

q) Cicero im 29 Hauvtstiicke des ersten Buchs von den Pflichten- i)n>>ic.>x

ui»»i »o t!5l ^ooiiiuU x<!»»,>!, IIMM» iuilivniw, IIVUN»»», twxUios»,», »!>s<-<!-«um: üUeium <!wxi!!»!z, uiliimiiiu, inMiiwkui», fi>v>Uttmi <i»u xmivr«; iw»i»o>w l'liiuliiij »of>»>' <!i ^Uivm'ui» >>n>i<iu!i, l,'omu<,>ui», s>!Ü cüiilm 1'lulvsu-Muium Koci'Alivuittm liliri suul i^koili.

r) Hicronvmus in seinem Buche von der Bewahrung der Keuschheit-Pn5l »ociium >:rul)riidi vigilii»«, j>utt IttcUr^i»»», <iu»» inilii niitKU-iiloininreeoitl-tlio i>«!<!l.'iUorum vx imiti v>s> >^iij>u» eruvk!», I'Uiutti» sumeli.'iU»' i»M!>n»!j. Es sind zwar einige, welche hier vor Plaulus lieber Plato lesenwollen, wie mein denn auch dieses in der Baseler Ausgabe von 1490 findet.Zlllciu die Handschriften haben sonst alle Vi-uilux; i'ibrigcus leidet auch derJusammcnhaug diese Acndrung nicht. Und da wir aus andern Stelle» ver-sichert scvn können, daß Hicronvmus den Plaulus sehr fleißig gelesen habe,so können wir wegen der gemeinen Lcscart nm so viel gewisser sey».