Fünfundvicrzigstes Kapitel: Die Stabilisierung der Konjunktur 709
bei sämtlichen bei den
tätigen Gesellschaften Aktienbanken
1907/08 . 20,80 24,59
1908/09 . 21,66 25,50
1909/10 . 21,96 26,15
1910/11 . 22,87 27,33
1911/12 . 23,62 28,00
1912/13 . 24,44 28,43
1913/14 . 25,17 28,74
Bei R. Passow, Die Aktiengesellschaften. 2. Aufl. 1922. Seite 281.
Ein Umstand, der endlich auch noch automatisch verlangsamendund damit ausgleichend wirkt, ist die Verringerung der Zahlder Zusatzarbeiter, namentlich die Abnahme der Zuschuß-bevölkerung. Auch diese erfolgt früher in England als in Deutschland, früher in Westeuropa als in Amerika. Die gewaltigen AusschlägeAmerikas insbesondere sind ohne die starke Einwanderung schwerzu denken. Man kann die „Booms“ fast noch besser aus den Ein-wandenmgsziffern als aus der Erntestatistik ablesen. So stieg beispiels-weise in den Jahren 1904 bis 1907 die Einwanderermenge wie folgt:
1904 . 812870
1905 . 1026499
1906 . 1100735
1907 . 1285349
und fiel plötzlich 1908 auf . 782870.
In den Jahren vor 1920 hatte die Einwanderung fast völlig auf-gehört, um dann im Jahre 1920 sich fast zu vervierfachen:
1918 . 110618
1919 . 141132
1920 . 430001.
Natürlich — das sei den unentwegten Milieutheoretikern zu-gegeben — ist zum Teil das Ursachen Verhältnis umgekehrt: die Ein-wanderung steigt und fällt entsprechend der Wirtschaftslage. Aberdaß die rasch steigende Einwanderung die ebenso rasche Ausdehnungdes Wirtschaftskörpers erst möglich macht, dürfte von niemand be-zweifelt werden.
Die Stabilisierung der Konjunktur ist gefördert worden
4. durch äußeres Eingreifen. Hier kommt in Betracht: dieVerschärfung der Aktiengesetzgebung, wodurch Vorschriften überAbfassung und Einrichtung von Prospekten, Kontrolle über die Ein-lagen, Einzahlungen usw., Kontrolle über die Zulassung der Aktienan der Börse u. a. geschaffen werden. Hier hat England schon durch
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